Posts mit dem Label Rezept werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Rezept werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 20. Juni 2018

Ick war een Berliner!

Ick war eener. Acht lange Jahre lang. Und watt soll ick Dir sagen? Ick bin froh, der (Vor-)Stadt den Rücken zu zukehren, ooch wenn ick jetzt ´nen Shitstorm herauf beschwörn tu von wejen "hippe Weltmetropole". Ditt macht ma ja nüscht! Et is Zeet, zu de Wurzeln zurück zu kehren. Mehr sag ick da ooch nüscht zu. Da is´n Berliner eigen. Und´n Wahl-Berliner sowieso.

Als Abschiedsessen quasi hab ick uns in Berliner Manier (ja, dit kann ick) Kalbsleber mit Äppeln und Zwiebeln jekocht oder besser jebraten. Ditte können die Berliner (und Umländer) nämlich janz jut und wir drei verbinden schaue Erinnerungen mit dit Essen bei unsere Ausflüje inne Rejon. 




Meen Rezept, watt man übrijens ooch im Ruhrpott kennt und schätzt, jeht so: 

600 g Kalbsleber in Bio-Qualität 🍎 4 mitteljroße Äppel 🍎 4-5 Zwiebeln 🍎 Butterschmalz 🍎 ´nen Sack Kartoffeln 🍎 Milch 🍎 Muskat 🍎 Salz & Pfeffer ausse Mühle 🍎 4-5 EL Mehl  🍎 1 EL Zucker 🍎 evtl. wat Appelsaft 🍎 ´n Stich Butter

Die Äppel un´ Zwiebeln schälen, in Streifen schneiden, in eener Pfanne in Butterschmalz anbraten und jemütlich schmoren lassen. 



Später een Esslöffel Zucker zum Karamellisieren dazu jeben. Wer et etwas "saftiger" mag, kann während det Schmorvorjangs noch eenen Schuss Appelsaft hinzu tun.
Dann kannse Kartoffeln schälen, säubern, vierteln und ca. 30 Min. abkochen lassen. 
Die Leber säubern, vonne Sehnen und Häutchen befreien, in Streifen schneiden, pfeffern und leicht in Mehl wälzen. In eener Pfanne in Butterschmalz von jeder Seite ca. 2-3 Minuten braten, bis die Streifen leicht kross werden. Nimm oof jeden Fall een Probehäppchen, um den Jarpunkt festzustellen. Zu langes Braten macht de Leber schnell hart und unjenießbar. 
Die Kartoffeln abjießen und mit Milch, etwas Salz, ´n Stich Butter und (frischem) Muskat grob stampfen.




Die Leber mit den geschmorten Äppeln und Zwiebeln anrichten, Kartoffelstampf dazu jeben und jenieeeeeeßen! Juten Hunga, wa!




Montag, 1. Januar 2018

Neujährchen

- Dieser Beitrag enthält Werbung für Folia - 


Willkommen in ein genüssliches 2018!

Während in manchen Haushalten vorübergehend die kulinarische Abstinenz ab dem 01. Januar einzieht, wird in meinem Wunderland noch einmal richtig geschlemmt. (Erst dann geht es an erste diätische Maßnahmen!) Omimis bislang streng gehütetes Rezept der Neujährchen ist nämlich zu verlockend!

Ich will auch gar nicht viel erzählen, sondern gleich die Bilder wirken lassen. 




Das wunderbar vintagehafte Hörncheneisen hat Omimi vor wenigen Tagen an mich abgetreten, weil sie sich leider nicht mehr in der Lage fühlt, sich ans Eisen zu schwingen. Ehrwürdig habe ich die orange-braune Preziose mit dem sagenhaften Muster der 70ies in meine Obhut genommen und gleich das Familienrezept ausprobiert.




Omimis Geheimzutaten für ca. 40 Neujährchen lauten wie folgt:
  • 250 g Grümmelkandis
  • 260 ml Wasser
  • 65 g Butter
  • 320 g Mehl
  • 2 Bio-Eier
  • 1/2 Kardamom Kapsel
  • Saft einer halben Orange
  • 1 Prise Zimt





Zunächst wird der Grümmelkandis mit dem Wasser in einem Topf erhitzt und aufgelöst. 
Parallel wird die Butter in einem weiteren Topf zum Schmelzen gebracht. Beides gut abkühlen lassen. 
Mit einem Mixer wird die Butter nun schaumig geschlagen. Das funktioniert am besten, wenn die Butter nach dem Schmelzvorgang wieder beginnt, leicht fest zu werden. Nachdem die Eier hinzugefügt wurden, werden nun Mehl und Kandiswasser abwechselnd zum Teig hinzugegeben. Zum Schluss werden der Saft einer halben, frischen Orange, Zimt und Kardamom beigemengt. 






Für diese Menge Teig verwende ich eine halbe, im Mörser zerstoßene Kardamomschote. (Gehäuse entfernen!) Der Teig hat nun die richtige Konsistenz, um nach einer kleinen Ruhephase von 30 Min. im Hörncheneisen zu landen. 
Auch längere Ruhephasen nimmt er Dir nicht übel, weswegen man den Teig super im Voraus fertigen oder in Etappen abbacken kann. 

Nun das Hörncheneisen anschmeißen. Ich backe die Hörnchen für ca. 4 Min. auf der Stufe 3 1/2. So werden sie schön kross.
In das mit Butter gefettete Eisen nun kleine Teigportionen geben und abbacken. 






Mithilfe eines kleinen Nudelholzes aus dem Kaufladen meines Grinsekätzchens habe ich die noch heißen Waffeln zu Röllchen geformt. Im lauwarmen Zustand vom Nudelholz abziehen und zum Auskühlen beiseite legen.

 
Auch in weiteren Formen, wie Schälchen, Hörnchen, Muscheln oder in Naturrund finde ich den Teig großartig. Ganz nach Geschmack kann hier variiert werden. Wichtig ist lediglich, dass hitzebeständige "Schablonen" zum Formen des abgebackenen, noch warmen Hörnchenteigs verwendet werden, wie z.B. Muffinbleche, wenn man kleine Schalen - für Eis oder Obst - erzielen möchte. 

Werden die Hörnchen entgegen unserer Sitte nicht gleich lauwarm verspeist, halten sie sich am besten in einer gut verschlossenen Metalldose für 1 bis 2 Wochen. 

Traditionell essen wir die Hörnchen zum Start ins neue Jahr mit Sahne zum Kaffee. Auf unseren Glücks-Tellern. Mit Eis UND Sahne lässt sich das karamellige Geschmackserlebnis der Hörnchen allerdings noch toppen. Wie wäre es mit ein paar Schoko-Streuseln oben drauf?

 
Da wir zu unseren Neujahrs-Antrittsbesuchen bei Freunden und Familie Omimis Tradition wieder aufleben lassen und die Hörnchen gern verschenken möchten, haben wir je knapp ein Dutzend von Ihnen in die schönen Geschenkboxen von Folia gebettet. 



Im Format L20 x B20 x H10 cm sind die pastellfarbenen Karton-Sets mit zartem Muster rasch zusammen gebaut und präsentieren die süßen Kostbarkeiten durch den Klarsichtdeckel mehr als repräsentativ. Mehrfach gewickeltes Kordelband mit kleinen Masking-Tape-Wimpeln und frischer Tulpe versehen, tut ihr übriges. Man mag direkt zugreifen und naschen, oder?




Na, dann: alles Gute zum Neujährchen! Und nimm´s nicht zu streng mit der Diät!


Dienstag, 5. Dezember 2017

Rübsinnig

Manche Dinge schmecken erst nach dem ersten Frost richtig lecker, pflegte meine Uromi immer zu sagen und bereitete uns ihren wunderbaren Steckrübeneintopf immer erst im tiefen Winter zu. 

Steckrüben feiern, wie ich bemerkt habe, ein klitzekleines Revival, waren sie doch als Bauern- oder Kriegsessen lange verpöhnt und recht unpopulär.  
Wenn ich was zu ihrer Popularität beitragen kann, dann mit dem Familienrezept meiner Uromi, die die leicht süße Knolle in meinen Kindertagen immer zu einem feinen Eintopf verarbeitet hat. 





Uromi wusste über die "ostpreußische Ananas" einiges zu berichten, galt sie doch zu Kriegszeiten als Universal-Lebensmittel und Nährstoffwunder, aus dem zahlreiche kuriose Gerichte und auch Getränke gefertigt wurden. Kaffee, Marmelade, ja sogar "falsche Schnitzel" aus der Schale standen insb. zu Zeiten des ersten Weltkrieges auf dem Speiseplan. 
Fast ein Glück also, dass Uromi mir nur die Eintopf-Variante daraus zauberte. Schon als Kind war ich ganz verliebt in diesen zarten Geschmack, der in Kombination mit Kartoffeln, Geschnetzeltem und nur ein paar Gewürzen so ein Wohlgefühl verlieh.

Der erste Frost zog bereits durch die Berliner Vorstadt und so griff ich die Tage - an Uromi denkend - im Supermarkt beherzt zur lilaorangen Rübe. 

Für Uromis deftig-herbsüßen Steckrübeneintopf benötigt man:

eine feste Steckrübe mit glatter Schale (die kleineren sind meist zarter als die großen)
Kartoffeln 
800 ml gute Gemüsebrühe
Butterschmalz
Geschnetzeltes vom Bio-Kalb
zwei kleine Zwiebeln
Majoran
Salz & Pfeffer aus der Mühle

Zuerst wäscht Du das Fleisch, tupfst es trocken und brätst es in Butterschmalz scharf mit den klein geschnittenen Zwiebeln an. 
Ist das Fleisch angebraten, fügst Du nun die geschälten und gewürfelten (kleiner Kraftakt!) Steckrüben sowie Kartoffeln hinzu, gießt mit Gemüsebrühe auf und lässt alles schön für ca. 30 Minuten köcheln. Die Steckrübe sollte nicht zu lange kochen, weil sie dann kohlig und bitter wird. 
Mit Majoran, Salz und Pfeffer wird der Eintopf gewürzt. Ich mag ihn gern suppiger, weswegen ich entsprechend mehr Gemüsebrühe beifüge. Als das Grinsekätzchen noch kleiner war, haben wir den Eintopf oft gestampft. Auch in dieser Konsistenz mag ich ihn sehr gern.



Also, versuch Dich doch mal daran. Er wärmt definitiv den Magen und verströhmt so ein klitzekleines Gefühl von Nostalgie, vor allem in meinem royalblauen Vintage-Geschirr mit dem alten Silberbesteck.


Herrlich, wenn Du mich fragst! 

Mittwoch, 8. März 2017

Weltfrauentag

Mein Radiosprecher wies mich beim Butterbrotschmieren  in der Küche darauf hin, dass heute Weltfrauentag ist. 
Das Grinsekätzchen gratulierte mir bei der Meldung herzlich und fragte mich schmatzend, was denn heute so besonders sei und wie man den Tag überhaupt (be)feiere.
"Ach, gar nicht", hörte ich mich antworten und ließ den Morgen seinen Lauf nehmen.

Später, bei der Überlegung, was ich meiner Familie zum Mittagessen kredenze, befand ich es für eine gute Idee, ein Familienrezept zu kochen: nämlich Königsberger Klopse nach einem Rezept meiner Uroma Grieperstraße. Grieperstraße hieß sie deswegen, weil meine Mutter wohl meinte, ich könne mir die zahlreichen Omas, Uromas und Ururomas  besser merken, sortierte sie sie für mich nach Straßennamen. Und auch als Uropa starb und Uroma umziehen musste, hieß sie natürlich immer noch Grieperstraße. Mensch, Mama!

Bei anderen Verwandtschaftsgraden wendete meine Mutter die Straßennamen-Strategie komischerweise nicht an. Vermutlich wäre es ein heilloses Durcheinander geworden: "Komm, wir besuchen jetzt die Oma Sälzerstraße, die Tante Herrenstraße ist vielleicht auch da...."
Ich weiß nicht, ob dieses Phänomen nur im Ruhrgebiet praktiziert wird, wäre jetzt aber irgendwie beruhigt, wenn Du sagst, Du kennst es auch.

Also, die Oma aus der Grieperstraße, meine Uroma, war eine ganz besondere Frau.
Ich liebte sie für ihre zarte Gestalt, ihr unglaublich sanftes Wesen, ihren exakt gesteckten Dutt (Gott, habe ich den bewundert), ihr stundenlanges Halma-Spielen mit mir als ewige Gewinnerin und ihre Kochkünste.

Ich werde es nicht vergessen, wie ich als kleines Mädchen auf einem Hocker an ihrem Küchentisch mit Kunststoffoberfläche saß und mit viel zu großen, alten Löffeln meine Suppe aß (während Uropa mich mürrisch von links am Tisch beobachtete.)
In meiner Erinnerung gab es bei ihr immer Königsberger Klopse. Vermutlich gab es auch andere Gerichte. Aber, ich sehe mich immer nur Königsberger Klopse an ihrem Tisch essen. Keiner, wirklich keiner konnte sie so kochen wie meine Uroma.
Fast enttäuscht probierte ich mich zeitlebens durch diverse Klopsgerichte, um ernüchtert festzustellen, dass keines so ist, wie ihres....




Glücklicherweise hat Uroma uns das Rezept vererbt. Meine ersten Versuche, es nachzukochen, scheiterten kläglich. Das Geheimnis des Gerichts, das als Suppe zubereitet wird, liegt wohl an den Senfkörnern sowie dem Verhältnis von Herzhaftigkeit und Säure. 




Wie auch immer, mittlerweile kann ich das Süppchen fast identisch mit ihrer Version zubereiten und möchte Dir heute neben dem Rezept einige Genussbilder zeigen. 



Selbstverständlich habe ich die Suppe stilecht in einer alten Terrine serviert mit viel zu großen, alten Silberlöffeln (auf alten, gestickten Servietten), um den Genuss wie bei Uroma perfekt zu machen.


Ihr fantastisches Rezept, das sie aus ihrer Heimat Danzig mit in den Ruhrpott gebracht hat, geht so:

Zutaten für die Suppe: 
70 g Margarine
4-6 EL Mehl
1 Schalotte (wird im Ganzen mitgekocht und kann später entfernt werden)
3 Lorbeerblätter
4 EL Senfkörner
2-3 Stiele Petersilie
5-6 EL instant Gemüsebrühe
6-8 Kartoffeln (am besten separat in Salzwasser garen)

Zum Abschmecken: Zitrone (altern. Essig), Zucker und Salz
frische, glatte Petersilie

Aus der zerlassenen Margarine und dem Mehl eine Mehlschwitze machen und mit Wasser aufgießen. Übrige Zutaten hinzugeben und aufkochen lassen. Dann die Temperatur herunter stellen und die Klöpschen nach deren Zubereitung hinzufügen.

Zutaten für die Klopse:
500 g frisches Rindergehacktes
2 Schalotten
1 altes Brötchen in Wasser ausgedrückt
1 Ei
Salz, Pfeffer
Senf

Die walnussgroßen Klopse in der Suppe 3/4 Stunde leicht köchelnd garen lassen. Parallel die Kartoffeln separat abkochen.
Zum Schluss die Suppe mit 1/2 Zitrone, ca. 1 TL Zucker und Salz abschmecken, bis sie einen süßsauren Geschmack bekommt.
Zum Servieren Kartoffeln untermengen und mit frischer Petersilie bestreuen. 

Am 2. oder 3. Tag schmeckt die Suppe übrigens noch besser!



Als wir die Suppe gemeinsam essen, denke ich an Oma Grieperstraße. Sie ist die FRAU, an die ich heute ganz besonders denke und der ich den heutigen Weltfrauentag widme! 

Mittwoch, 8. Februar 2017

You bake my day!

Seit ich denken kann, ist das Grinsekätzchen total versessen auf Bananenkuchen. Ich würde fast behaupten, es hat seine feinmotorischen Fähigkeiten an diesem Kuchen perfektioniert, indem es als Kleinkind die Kuchenkrümmel zu schmackhaften Klümpchen formte und gierig genoss. Später - schon etwas Knigge-erfahren - verspeiste es ihn artig mit der Kuchengabel und heute kann es ihn ganz allein zubereiten.

Unsere Tante zauberte vor Jahren dieses Rezept hervor, an dem nicht nur Rotkäppchens Oma sondern auch der verfressene Wolf vermutlich ihre wahre Freude gehabt hätten, und überrascht uns seitdem jedes Mal, wenn wir die Heimat ansteuern, mit besagter Köstlichkeit. 













Das Rezept ist so gut, dass ich für Grinsekätzchens kulinarische Kochecke in unserer Küche ein Rotkäpp´sches Rezeptbild gefertigt habe. 
Überkommt uns also Heimweh oder Heißhunger, haben wir das Rezept sofort im Visier und können loslegen.


Das märchenumwobene Grundrezept wird heute gelüftet. Darum gehören in das Zutaten-Körbchen:

📍3 Eier
📍1 Päckchen Vanillezucker (mit echter Vanille)
📍220 g Zucker

Diese Zutaten zu einer schaumigen Masse aufmixen.

📍350 g Weizen-Mehl
📍1 Päckchen Backpulver
📍50 g gemahlene Haselnüsse
📍120 g weiche Butter
📍2-3 überreife Bananen (die, die keiner mehr isst, zum Wegwerfen aber viel zu schade sind)

Die übrigen Zutaten nach einander zu der schaumigen Masse hinzufügen und mit dem Mixer gut vermengen.




Den Teig in eine gefettete und mit Bröseln gemehlte Form geben und im vorgeheizten Backofen auf mittlerer Schiene bei ca. 160 Grad Umluft für 55 Minuten backen. Backst Du kleine Küchlein oder Muffins hieraus, so wie ich heute, reichen 25 Minuten Backzeit.




Der Kuchen ist gekühlt lange haltbar, kann super eingefroren werden, eignet sich perfekt für Picknicke oder Mädchennachmittage, ja sogar als Frühstückskuchen ist er ein Hit, und kann je nach Gusto noch mit allerlei feinen weiteren Zutaten ergänzt werden. 



Ich verwende neben dem Weizen-Mehl oft einen Teil  Haferflocken, Vollkorn- oder Dinkelmehl, um dem Kuchen einen vollwertigeren Akzent zu geben.
Auch lassen sich die Haselnüsse aus dem Rezept großartig durch Walnüsse, Mandeln oder Paranüsse ersetzen. Kokosflocken eignen sich perfekt, wenn der Kuchen eine leicht exotische Note bekommen darf. Ein Teil der Butter kann bei dieser Variante schön durch Kokoscreme ersetzt werden.



Da der Kuchen recht saftig schmeckt, benötigt er eigentlich kein Topping mehr. Für die Bilder - ich habe jeweils die Varianten mit Paranuss und Kokos gewählt - habe ich den Küchlein eine Quark-Schmand-Haube verpasst, die ich mit etwas Ahornsirup  bzw. Kokoscreme und -zucker gesüßt und mit Bananen- und Kokos-Chips verziert habe.



So, jetzt rasch den Tisch decken, Heißgetränk dazu, Kuchen aufschneiden, gemeinsam genießen - und an die Heimat denken, ans Tantchen, längst vergangene Kindertage...

Sonntag, 14. Februar 2016

Hühnchen "Caprese" ohne Pinot

Zum Valentinstag wollte ich meinen Herzkönig überraschen. Er kam just gemeinsam mit dem Schutzheiligen von seiner Dienstreise zurück. Ich habe mir etwas kulinarisch Frisches, Frühlingshaftes ausgesucht, schmackhaft und mit überschaubaren Kalorien. (Ist ja Fastenzeit.) Nett angerichtet mit Lieblingswein und Willkommens-Küsschen dazu.
Mein Supermarkt-um-fünf-Ecken (der mit dem "Scotty" - gibt es nur im Osten) musste Samstagvormittag herhalten. 
Schnell sollte es gehen. Denn die Zutatenliste war überschaubar. In Ermangelung von Einkaufswagen - Samstag eben - schnappte ich mir einen Karton im Eingangsbereich und slalomierte, Zutaten angelnd, durch die kundenprallen Gänge. An der Kasse wartete bereits eine lange Schlange entnervter Kunden darauf, dass die Kassiererin ihr neues Bonpapier in das Kassengerät eingelegt bekommt. 
In diese illustre Reihe stellte auch ich mich und begann, meine Lebensmittel auf das schon massig befüllte, ächzende Band zu legen. Scheinbar etwas unbesonnen, denn plötzlich rutschte mir das Kleinod an Wein aus dem schlecht jonglierten Karton und zerschellte laut und spritzig auf dem Fliesenboden des Supermarktes.
Die Kunden an der Schlange waren sichtlich dankbar für die Ablenkung von der Observation der Filigrantechnik des neu einzulegenden Bonpapiers. Sie glotzten mich neugierig und hämisch an. (Etwa so wie die Geier auf dem Autobahnplakat gegen Raser.)
Etwas kleinlaut und verschämt rief ich der Kassiererin, die eilig am Bonpapier fummelte, zu, mir wäre da aus Verseeeeeeehen etwas hingefallen. "Keen Problem", versicherte diese anteilnahmslos, nun lange Bonschlangen sortierend, und rief per Lautsprecher Herrn Golasch dazu, der mit "Kehrbesen und Aufnehmer, bitte" wenige Minuten später im Kassenbereich erschien. Die größten Scherben hatte ich in der Zwischenzeit reumütig aufgesammelt.
Mit leicht errötetem Gesicht und immer noch bestaunt von den wartenden Geiern in der Kassenschlange, nickte ich "Herrn Golasch" dankbar zu mit den Worten "Es tut mir leid. Das war meine Schuld.", worauf Herr Golasch in seinem Brandenburger Charme harsch erwiderte: "Ja. Sieht ganz danach aus. Meene war et auf jeden Fall nich." 
Kurz überlegte ich, ob ich mit dem in meiner Hand befindlichen, abgebrochenen Flaschenhals noch etwas anfangen könne, entschied mich dann aber dafür, "Herrn Golasch" meine komplette Scherbensammlung zu übergeben. Dieser kam brummig der Aufforderung seiner Kollegin an der Kasse nach (ich hörte ihn wohl kleine Flüche murmeln), während ich mich in die Schlange einreihte und mit Pinot-Geruch in der Nase und den Händen darauf wartete, den Supermarkt endlich verlassen zu dürfen. Nachdem ich gezahlt hatte, gab mir die Kassiererin mit Rückgabe des Wechselgeldes noch den kecken Tipp: "Ach übrijens, et jibt droßen och Eenkaufswagen bei uns."

So gibt es heute das Hühnchen halt ohne Pinot - sondern nur mit Selters. Der Fastenzeit wegen...

Für alle, die es interessiert, hier das Rezept mit Duftbild dazu:

Das brauchst Du für 2 1/2 Portionen (Herzkönig, Grinsekätzchen & mich):

  • 3 Hähnchenbrustfilets à 200 bzw. 150 g
  • gestifteten Mozzarella; ganzer, in Scheiben geschnitten tut es auch
  • 9 Scheiben Parmaschinken (gab es dort nicht, ich habe daher Bacon gewählt)
  • 300 g Kirschtomaten; gern mehr, wer mag
  • etwas frischen Knoblauch
  • 3 Frühlingszwiebeln
  • frisches Basilikum, gezupft, des Aroma wegens
  • Meersalz / Pfeffer aus der Mühle
  • gutes Olivenöl
  • Back- oder Pergamentpapier
Zuerst den Ofen auf 160 Grad Umluft vorheizen.
Back- oder Pergamentpapier in entsprechend große Rechtecke von ca 30 x 40 cm schneiden.
Hähnchenbrustfilets waschen und trocken tupfen. Tomaten waschen, halbieren. 
Je 3 Scheiben Schinken quer nebeneinander auf den Rechtecken platzieren. Hähnchenbrustfilets darauf legen und mit Schinken sachte zudecken. 
Tomatenhälften, Frühlingszwiebeln, Basilikum und Mozzarella darauf geben, salzen, pfeffern, knoblauchen und mit Olivenöl (reichlich) benetzen. 
Backpapierpäckchen schließen und an den Seiten fest zu kleinen Bonbons drehen. Auf mittlerer Schiene ca 30 Min. backen. 
Dazu schmeckt herrlich eisgekühlter Pinot Grigio - wenn zur Hand -  und frisches Ciabatta. Buon Appetito!


Mittwoch, 27. Januar 2016

Helau & Alaaf!

Ja, ich weiß: die Karnevals-Kultur ist nichts, mit dem ich hier - in meiner kleinen Berliner Vorstadt - Punkte sammeln kann.
Im Kindergarten seinerzeit darauf hingewiesen, dass die "närrische Zeit" nun startet, bekam ich die Antwort, ob ich wohl "das Verkleidungsfest" meine und falls ja, die Verkleidungskiste selbstverständlich jedem Kind jederzeit zur Verfügung stünde. Nun gut.
Meine Euphorie, die so gar nicht überspringen wollte (hätte ich mich evtl. direkt in meinem weißen-Kaninchen-Kostüm wild Konfetti werfend präsentieren sollen?) sparte ich mir in den Folgejahren, um sie nun erneut im Kinderhort zu präsentieren. Und endlich fand mein Anliegen Gehör - sogar (zunächst) ganz ohne Kostümierung meinerseits. 
Ich freue mich - insbesondere für mein kleines Grinsekätzchen. Sie liebt jede Form von Verkleidung, wilden Frisuren, Schminke und allem, was dazu gehört. Und selbstverständlich ist für uns Nordrhein-Westfalen der Karneval das "Verkleidungs-Highlight" des Jahres. Das liegt quasi im Blut.

Heute Nachmittag startet die Party - mit einem kleinen Umzug durch den Ort -  und so habe ich den folgenden Kuchen für alle Närrinnen und Narren des Kinderhortes gestern Nachmittag zubereitet, damit es auch ihrem Gaumen an nichts fehlt. (Tatsächlich aber hatte ich die Befürchtung, dass der gemeine Brandenburger womöglich irritiert über die Horde "Straßen-Kinder" sein könnte und kein adäquates Naschwerk in Form von Kamellen für diese bereit hält.)
In der Küche gab es im Vorfeld auf jeden Fall ein wildes Luftschlangengemenge und eine Menge Backzubehör zum Abschlecken...



Es ist ein frühlingsverheißender, nach süßem Pfirsich duftender Kuchen nach einem Rezept meiner Tante. Wer dieses fruchtige Naschwerk nachbacken möchte, hier das Rezept:
Für den Teig benötigst Du:
  • 4 Tassen Mehl
  • 1 Pck. Backpulver
  • 2 Tassen Zucker
  • ein wenig Vanilleschote (ich nehme das aus der Mühle)
  • 1 Tasse Öl
  • 1 Tasse Fanta
  • 3 Eier
Alle Zutaten vermengt ergeben den Boden des Kuchens. Den Teig auf ein gefettetes Backblech geben und bei 170 Grad auf vorletzter Schiene des vorgeheizten Backofens ca. 20 Minuten backen. Die Oberfläche sollte gleichmäßig goldig sein. Mhhhh. Duftet großartig. Jetzt Kuchen auskühlen lassen. In der Zwischenzeit die Creme zubereiten. Hierzu benötigst Du:
  • 2 Becher Schmand
  • 250 g Quark
  • 2 Becher Sahne á 250 ml (fettreduzierte Sahne zum Schlagen ist toll hierzu und mindert das schlechte Gewissen - bei den Großen zumindest)
  • 2 Pck. Sahnesteif
  • 1 EL Zucker
(Einzeln) mit Sahnesteif aufgeschlagene Sahne vorsichtig unter die Schmand-Quark-Zucker Mischung heben und gleichmäßig auf dem ausgekühlten Kuchen verteilen.

Für den "Bienenstock" 2 große Dosen Pfirsiche bereit halten. Pfirsiche gut abtropfen lassen, Fruchtsaft auffangen. Ca 10 - 12 Pfirsiche für die dicken Brummer beiseite legen. Aus den restlichen Pfirsichen ein Pürree mixen. 2 Blatt Gelatine nach Anweisung in Wasser quellen lassen und mit Fruchtsaft erwärmen. Löffelweise das Pürree dazu geben. Langsam und gut verrühren und auf die Creme geben.
Die Bienen nun mit im Wasserbad aufgelöster Kuvertüre verzieren. Hierzu die flüssige Schokolade in eine Spritztüte geben, die man am schnellsten aus einer kleinen Gefriertüte mit leicht abgeschnittener Ecke fertigen kann. Vorsichtig nun die Streifen und den Kopf der Bienen auftragen. Bevor die Schokolade anzieht, Zuckerguss-Augen (Zubehör bei den Backwaren) aufsetzen.
Mit scharfem Messer kleine Schlitze seitlich der Bienen setzen und Mandelblättchen einstecken.

Und nun von Kinderaugen bestaunen lassen!

P.S. Eine schöne Variante für "Große" ist auch das Backen in Muffinförmchen. Schmandcreme mit großer Tülle dekorativ auf die ausgebackenen Muffins setzen und mit Pfirsichspalten dekorieren.