Montag, 19. September 2016

Ja-Sager

Wenn man sich in unserem Alter traut -  also, "ja" zueinander zu sagen - dann ist das für die Gäste dieses Freudenfestes eine echte Herausforderung. Denn was genau schenkt man zwei Ü35er Turteltauben, die im Zweifelsfall zwei zusammen gelegte Haushalte haben und alles, wirklich alles besitzen, was in die Kategorie "nettes Hochzeitspräsent" passen könnte?

Im vorliegenden Fall haben wir uns deshalb entschieden, die beiden mit reichlichem Glücksregen zu bedenken. Glück kann man nie genug haben und wenn es nach Bedarf auch noch auf einen hinab regnet - umso besser. 




Die große Wolke ist aus weißem Butterbrotpapier doppelt zugeschnitten und mit grünem Nähgarn umnäht. Eine kleine Wolkenecke habe ich dabei als Öffnung frei gehalten. Mit Stempeln und grüner Stempelfarbe habe ich den Schriftzug auf die Wolke aufgebracht. Mit einem (Motiv-)Locher gestanzt, beinhaltet sie zahlreiche Glücks-Kleeblätter und Konfetti aus verschiedenen grünen Kartonagen und als Clou vier Geldscheine, die ich jeweils zu zwei großen 3-D-Kleeblättern origamiert habe. Die knapp 20minütige Anleitung hierzu habe ich auf einem Youtube-Channel entdeckt und nachgefaltet. War ein bisschen knibbelig, hat sich aber gelohnt. Dann, alles rein in die Wolke, zugenäht.
"Ziehen" darf die Wolke in einem mit zart rosafarbener Hortensie, Ziergräsern, Mini-Alpenfeilchen und Fette Henne bepflanzten Weidenkorb. 

Alles Gute, Euch beiden "Ja-Sagern" und reichlichen Glücksregen für Eure Liebe! 🍀











Samstag, 17. September 2016

Dackelblick

Also eigentlich kommen mir ja nur Hasen ins Haus. Kleine, große - am liebsten weiße. Schlappohren bevorzugt. Was rede ich? Vermutlich kennst Du schon meine diesbezüglichen, liebesbekundenden Posts.

Neulich lief mir allerdings dieser Dackel über den Weg. Also, er saß auf diesem Kissen. Auf dem Flohmarkt. Und ich hörte ihn leise wuffend betteln, ihn doch auf ein Leberwurstbrot mit zu mir nach Hause zu nehmen. Normalerweise lass ich mich ja nicht einfach so einwickeln. Aber bei seinem Augenaufschlag konnte ich einfach nicht anders und schnappte ihn mir unter den Arm.
Zuhause angekommen musste er sich erst einmal einer gründlichen Reinigung unterziehen und im Garten trocknen, bevor er in die gute Stube durfte. Dort darf er - wer hätte das gedacht - nun sogar auf meinem Lieblingssessel sitzen. Und er ist ganz brav dabei. Er schaut so süß und ist mir total ans Herz gewachsen:



Freitag, 16. September 2016

Traumfänger

Heute nehme ich Dich mit in meinen Berliner Vorstadt Garten. Laut hiesiger Wetterprogrnose gibt der Sommer heute sein letztes Stelldichein, bevor der Herbst hier die Regie übernimmt.
Zeit, den Garten noch einmal in vollen Zügen zu genießen, feuchte Herbstluft am Morgen zu schnuppern und einigen Sommerblümchen ein leises "leb wohl, bis zum nächsten Jahr" zuzuhauchen, während ich die welken Blüten sanft abzupfe.

Um dem goldenen Herbst noch ein letztes, sattes Grün zu verpassen, habe ich in den letzten Tagen gemeinsam mit Grinsekätzchen einen großen Traumfänger gebastelt, der im Wind baumelt und unserem Bauerngarten ein klein wenig Spätsommer-Magie verleiht.








Ich habe ihn hauptsächlich mit Flohmarktfunden gefertigt: einem Stickrahmen, einem Häkeldeckchen in passender Größe, Bändern, Perlen und Federn. Letztere habe ich im Bastelmarkt aufgetrieben.
Das Häkeldeckchen wird einfach in den Stickrahmen gespannt. Überstehende Kanten habe ich vorsichtig abgeschnitten. Damit das Häkeldeckchen nicht aufribbelt, und das Holz des Rahmens dem Wetter trotzt, habe ich Rahmen und Schnittkante des Deckchens mit wasserfestem Holzkleber "versiegelt". Dieser trocknet durchsichtig aus und macht das ganze Konstrukt haltbarer. Das Grinsekätzchen hat die "Traumbänder" übernommen, sie nach Lust und Laune gespannt und mit Perlen und Federn bestückt.
Im Baum in der Nähe unserer gemütlichen Sitzecke macht sich der Traumfänger besonders schön und läd demnächst auch an trüben Tagen zum Träumen ein....

Montag, 12. September 2016

Vintage im Wunderland

Heute möchte ich Dir meinen letzten Glücklichkeitskauf vom Flohmarkt vorstellen: es ist dieser kleine "Gewächs-Apfel", an dem ich einfach nicht vorbei gehen konnte.
Also wurde er mein und steht nun frisch dekoriert im Wohnzimmer meines Heimat-Refugiums.
Toll an ihm ist, dass er sich herrlich mit kleinen überlebenstraininggewohnten Pflanzen wie beispielsweise Tillandsien bepflanzen lässt - genau richtig für meine Gelegenheitsbesuche in der Heimat. Ich liebe Grünpflanzen einfach zu sehr, als dass ich auf sie verzichten wollte; denn sie machen so viel Gemütlichkeit aus. Deswegen beherbergt mein Refugium ausschließlich pflegeleichtes Grün, wie zum Beispiel Bogenhanf, Glücksfeder, Rhipsalis und weitere kleine Kakteen - allesamt hübsch arrangiert.
Diese drei kleinen Pflanzen habe ich lediglich in etwas weißen Kies gedrückt und sie bei mir willkommen geheißen. Außer gelegentlichen Sprühnebel werden sie hoffentlich keine weitere Kost bei mir einfordern. Mal abwarten.
Das großartige an dem apfelrunden Gewächshaus ist, dass es oben noch einen kleinen "Stengel" hat, durch den man eine hübsche Jutekordel ziehen und es aufhängen kann. Passend zur Erntezeit handelt es sich bei ihm im Moment aber um "Fallobst". Aber warte mal ab, in der nächsten Sommersaison wird er hängen!







Freitag, 9. September 2016

3 Nüsse für...

In unserem Garten wächst ein Haselnussbaum mit den geschmackvollsten Nüssen überhaupt. Wer etwas anderes behauptet, der lügt.
Anfang September beginnt die lustige "Schießerei", denn das Zauberbäumchen steht direkt an unserer Sitzecke. Zu Hauf fallen die Nüsse vom Baum und werden von uns meist an geselligen Nachmittagen geknackt und gesnackt.
In alter Pfadfindermanier öffnen wir die köstliche Frucht mit einem dicken Wackerstein und genießen ihr zart nussiges Inneres. Es ist himmlisch!
In diesem Jahr habe ich beschlossen, den Geschmackszauber der Nuss mit in den bevorstehenden, verregneten Herbst und kalten Winter mitzunehmen. 
Ich habe also eifrigst - auf allen Vieren - Nüsse gesammelt (Aschenbrödel hätte vermutlich ihre wahre Freude daran gehabt) und sie zu einem nicht minder köstlichen Sirup verarbeitet, der an dunklen Tagen mein Herz gemeinsam mit einem Milchkaffee erwärmen soll.
Falls Du Dir für die bevorstehende "graue" Jahreszeit auch etwas Herzenswärme wünscht, hier mein Rezept für ca. 300 ml feinsten Sirup:

150 g Haselnüsse
250 g braunen und/oder weißen Zucker (für dieses Rezept habe ich gemixt)
250 ml Wasser

Zunächst röstest Du die ganzen Haselnüsse in einer Pfanne an, bis sie leicht goldgelb werden. Attentione! Sie brennen leicht an und werden dann ungenießbar bitter! Bei frischen Haselnüssen zischt und knackt es in der Pfanne (hier kommt wahrscheinlich der Zauber ins Spiel).

Haben die Nüsse die gewünschte Farbe erreicht, gibst Du den Zucker dazu und lässt ihn vorsichtig karamellisieren. Zum Schluss fügst Du sachte das Wasser hinzu und lässt alles genüsslich für ca. 20 Minuten einkochen. Duftet köstlich.
Möchtest Du den Sirup nun für die Abfüllung optisch noch etwas aufhübschen und die Nüsse und Schwebteilchen heraus filtern, musst Du ihn nun durch ein Sieb bzw. einen Kaffeefilter laufen lassen. Danach am besten noch einmal kurz aufkochen.
Für die Aufbewahrung habe ich mir kleine Dessertsaucen-Flaschen ausgesucht (recycelt), die ich vorab mit kochend heißem Wasser ausgespült habe. Der leicht dickliche Sirup sollte noch kochend abgefüllt und die Flasche sofort verschlossen werden. Für den Zaubereffekt hat jede Flasche  vorab noch 3 Röstnüsse erhalten. 
Der Flaschendeckel zieht während des Abkühlungsvorgangs an; nun ist der Sirup 3-4 Monate haltbar. Er sollte kühl und trocken gelagert werden.
Mit einem hübschen Etikett und gepunktetem Schleifenband darf er jetzt in meine Kaffee-Ecke einziehen. Wobei er auch ein tolles, herbstliches Präsent (für angehende Prinzessinnen) wäre...





Wie bereits erwähnt, ist er ein tolles Add-On für jedwede Kaffeekreation, schmeckt aber auch himmlischst zu Kuchen, Waffeln, Quark und Müsli, und, und, und....

Die restlichen, gefilterten Nüsse habe ich übrigens mit einer großen Portion Vanille-Eiscreme verspeist. Mhhhh, war das gut!








Sonntag, 4. September 2016

Immer wieder sonntags...

... kommt die Erinnerung, wenn die "Galerie Cinema" in meiner Heimat, gleich um 5 Ecken von meinem kleinen Refugium entfernt, in dem wohl kleinsten Kinosaal Deutschlands ihre Türe öffnet. Im nun 41. Jahr wird dort jeden Sonntagspätnachmittag der Film-Klassiker Harold & Maude im Originalton mit Untertiteln vorgeführt. Ein wahres Must-See!

Beim Eintreten durch die rote Holztür mit Löwenkopf-Türknauf landet man direkt im Vorführraum. In dem kleinen Raum - der von der Größe her ans eigene Wohnzimmer erinnert - und ca. 40 Sitzplätze beherbergt, sucht man vergeblich nach der Kasse. 
Erst wenn alle Gäste auf den Plüschsesseln Platz genommen haben, bittet der Vorführer um die obligatorischen 6 €. Das Eintrittsgeld landet sodann in seiner umgehängten Schaffnertasche mit sogenanntem Galoppwechsler: eine Art überdimensional großes Portemonnaie, daran fünf röhrenartige Behälter für das Münzgeld.
Danach wird der sinnbildliche "Bauchladen" feil geboten. Wie in guter alter Zeit bekommt man Kaffee & Kaltgetränke, Eiskonfekt und anderen Süßkram.
Und dann geht es los. Erwartungsvoll sitzen meine liebe Freundin und ich, leicht beengt, knackige Nüsse im Schokomantel knabbernd, gespannt in den Sesseln. Der Film beginnt und Cat Stevens weilt unter uns. Also musikalisch.

Wer diesen grandiosen und zugleich skurilen Liebesfilm nicht kennt: er handelt von einer Romanze eines des Lebens überdrüssigen und Selbstmorde inszenierenden 18jährigen und einer alten Dame, die die Leidenschaft für Beerdigungen, Tee und einander teilen. Eine leicht spleenige  aber vor allem anrührende Hommage an die Liebe & das Leben.
Die verrückten Charaktere passen wunderbar in diese Kino-Szenerie - wer den Film hier anschaut, erlebt quasi ein Gesamtkunstwerk.

Wir beide verlassen das Kino-Sälchen später mit einigen verstohlenen Tränen und einer kleinen Rotznase: if you wanna sing out, sing out, if you wanna be free, be free, there´s a million things to be - you know that they are....


Freitag, 2. September 2016

Kleiner Ausflug nach Paris gefällig?

Meine liebste Tarte kommt wohl der klassischen, französischen "Tarte au Citron" gleich; sie hat einen dünnen, nicht zu festen Boden, einen knusprigen Rand und die Lemon-Curd-Füllung schmeckt so buttrig-zitronig gut, dass man versucht ist, sie schon beim Zubereiten restlos auszulöffeln. Ich konnte mich gerade noch zusammen reißen! Gerade noch.



Für den Mürbeteig, der wirklich rasch gemacht ist, benötigst Du 

- 100 g Butter
- 50 g Zucker
- Vanilleschote (die aus der Mühle)
- 1/2 Bio-Zitrone; hiervon die Zesten
- 150 g Mehl
- 1 Bio Ei

Mit einem Knethaken verrührst Du die obigen Zutaten zu einem glatten Teig und lässt diesen mind. 30 Minuten im Kühlschrank ruhen.
Danach mehlst Du ihn leicht ein und legst ihn in einer gebutterten Tarteform aus. Mit einem Rest Teig formst Du den Rand, den ich mit einer Gabel vorsichtig fest drücke. Das gibt zudem ein schönes Muster.

Damit der Teigboden beim Backen nicht ungleichmäßig hoch geht, schneide ich aus Backpapier einen Kreis, den ich auf den Boden lege und mit Erbsen beschwere (Reis tut es übrigens auch; hatte keine Erbsen mehr im Haus.)
Bei 170 Grad wird nun der Mürbeteig auf mittlerer Schiene für ca. 25 Minuten abgebacken. Fertig ist der Teig, wenn der Rand goldbraun wird.



In der Zwischenzeit bereitest Du die phänomenale Füllung vor - die wirklich nur etwas für eiserne Nerven ist. Denn die Versuchung des Endlosnaschens ist groß - wie bereits erwähnt....

Für die Lemon-Curd Füllung benötigst Du

- 2 1/2 Bio Zitronen
- 3 Bio Eier
- 2 EL Speisestärke
- 160 g Zucker
- 90 g Butter
- 2 EL Creme Fraiche
- evtl. einige Stiele frische Minze

(Vielleicht planst Du besser die doppelte Menge an Curd-Zutaten ein: falls Du der Versuchung doch einmal erliegen solltest!)
Zunächst wäscht Du die Zitronen und reibst ihre Schale zu feinen Zesten. Die Zitronen presst Du danach aus. In einen kleinen Kochtopf füllst Du nun den Zitronensaft, Zucker und die Speisestärke. Während die Flüssigkeit erwärmt, fügst Du die Butter hinzu und rührst sie unter. Ebenso die Zitronenzesten. Nach leichtem Aufkochen dickt die Flüssigkeit recht schnell ein. Stell den Herd kleiner und rühre nun die vorab gequirlten Bio Eier mit einem Schneebesen in die - wichtig! - nicht mehr kochende, dickliche Masse und rühre gleichmäßig weiter, bis die Masse durch die Eier weiter andickt. Ich verwende hierfür ausschließlich Bio Eier, da ihr Eigelb gelber und somit zitronenfarbener ist, als bei normalen Eiern, die eher orangefarben sind. Zum Schluss fügst Du noch zwei Esslöffel Creme Fraiche unter die Masse. Der Lemon-Curd besitzt nun eine honigartige Konsistenz.

Dein Mürbeteig sollte in der Zwischenzeit fertig abgebacken und leicht ausgekühlt sein. 
Schütte nun die Lemon-Curd-Füllung vorsichtig in die Mitte des Teiges; sie verteilt sich ganz von selbst.



Um der Füllung noch eine leicht minzige Note zu verleihen, habe ich meine Lieblings-Minze aus dem Garten in feine Streifen geschnitten und auf dem Curd verteilt.






Nun ab in den Kühlschrank mit der Leckerei und nach mindestens 2 Stunden Kühlzeit (und/oder Kurzaufenthalt im Gefrierfach) mit einem stilvollen Café au Lait genießen. Aber Vorsicht: extreme Wegmampfgefahr!