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Montag, 22. August 2016

Trommel-Wirbel

Wenn die lieben Kleinen den Musiker in sich entdecken und die mütterliche Kochtopfsammlung in ein XXL-Schlagzeug umfunktionieren, kann es manchmal wirklich ohrenbetäubend sein.
So geschehen, letztens, als Grinsekätzchen Besuch von ihren "Bandmitgliedern" aus der Schule bekam.
Als wenn das Kinderzimmer nicht genug Spielideen hergeben würde, fielen sie in meine Küche ein, um sämtliche Töpfe zu beschlagnahmen und in ihr "Tonstudio" zu verschleppen. Dort angekommen schlugen sie mit Holzlöffeln wild und ungehemmt auf die Töpfe ein, so dass afrikanische Buschtrommler in ihren Klängen wohl eine verschwörerische Kriegserklärung vermutet hätten. Ich hingegen verbuchte es mit halblässiger Miene unter "kindlichem Übermut". Halblässig, wohl gemerkt!

Einige Tage später beschloss ich, für die nächste Bandprobe besser gewappnet zu sein und bastelte mit Grinsekätzchen "richtige" Trommeln, die meine Topfsammlung künftig verschonen, verdammt cool aussehen (merke: bei (Grund-)Schulkindern immer erstes Kriterium) und zudem einen wirklich tollen Klang hervorbringen.



Für diese Bastel-Idee mit Kindern benötigst Du:

- Blumentöpfe aus Ton, unbehandelt, mit einem Dmr. von ca. 20 cm
- Topfdeckel mit einem Dmr. von ca. 28 cm
- gängiges Back- oder Butterbrotpapier in weiß
- Bleistift
- Tapetenkleister (das pulverige Zeug auf dem 1. Bild! ist Kleister!)
- kleines Haushaltstuch (falls Klang gedämpft sein soll)
- verschiedene Pinsel
- Acryl- oder auch andere Farben oder Farbstifte
- weitere Deko nach Gusto: Pompomborte, Federn, Wolle, (Leder-)Bänder, Perlen
- evtl. einen kl. Karabiner-Haken als Aufhängung
- Malkittel und Bastelunterlage


Zunächst rührst Du den Kleister nach Packungsanweisung an und lässt ihn gut durchziehen.

In der Zwischenzeit - hier kommen noch einmal die Töpfe aus der Küche zum Einsatz - suchst Du Dir einen Topfdeckel, der mit einem Überstand von ca. 4 cm auf den Tontopf "passt". Diesen nimmst Du als Vorlage für Kreise, die Du nun aus dem Butterbrotpapier fertigst und ausschneidest. Insgesamt brauchst Du ca. 10-15 Kreise dieser Art.
Dann kann die Trommel-Manufaktur starten: 
Möchtest Du einen sanften Trommelklang, lege vor dem Verschließen der Öffnung das kleine Haushaltstuch in den Tontopf. Du kleisterst nun 4 cm des Randes des ersten Butterbrotpapierkreises sorgfältig und großzügig ein und spannst ihn dann über die Tontopföffnung. 
Wichtig ist dabei, dass das Papier glatt aufliegt und die überstehenden Ränder fest angedrückt werden.
Die nächsten Kreise werden komplett mit Kleister bepinselt und nacheinander auf den Tontopf aufgelegt. Achte darauf, dass keine Bläschen oder Kleisterknubbel beim Auflegen des Papiers auf den Tontopf entstehen; ggfs. kannst Du sie mit den Fingern sanft ausstreichen. Den Rand gut andrücken und Papier stets gestrafft halten, damit so wenig Falten wie nötig entstehen! Das ist wichtig, damit die Trommel nachher schön tönt. Ich habe allerdings noch nie eine gänzlich faltenfreie Version hinbekommen! (Ist halt wie im echten Leben!)

Am Ende hast Du eine dicke Butterbrotpapierschicht, die fest und gestrafft auf dem Tontopf aufliegt. Diese muss nun ausgiebig austrocknen bzw. -härten. Im Sonnenschein auf der Fensterbank geht es am schnellsten. Bitte mindestens 48 Stunden einplanen!
Danach kannst Du nach Lust und Laune die Trommel verzieren. Die obige Ideen-Auswahl hilft Dir vielleicht eigene Dekorations-Ideen zu entwickeln.

Diese DIY-Idee eignet sich für Kinder ab ca. 5 Jahren, wenn diese eigenständig und schon etwas präziser schneiden können. Bei der Menge der auszuschneidenden Kreise können Erwachsene gern supporten; dann geht es schneller.

Ich finde, die selbst gebastelte Trommel ist nicht nur eine grandiose Idee für Zwischendurch, sondern auch für Themenpartys oder - geburtstage wie z.B. Indianerfest, Safari, Zirkus u.a.

In meinem Fall heißt das, beim nächsten Kinderbesuch bleibt meine Küche verschont und die Trommler mit ihren eigenen Kreationen unter sich.

Für das Fotoshooting gab es ein wildes Indianer-Spiel im Garten mit selbstgebastelten Pfeilen und Federn -- und echtem Indianer-Süßkram. Whuwhuwhuwhuwhuuuuuu.....













Dienstag, 16. August 2016

Fiese Ferienzeit!

Sicherlich kennst Du das Problem: es ist Ferienzeit und die Frage aller Fragen lautet: wie beschäftige ich mein Kind --- vor allem an miserablen Regentagen?
Ehrlich gesagt hatte ich völlig unterschätzt, wie lang Sommerferien sich ziehen können und als absoluter Mama-von-ersten-Schulferien-Neuling musste ich mich mit obiger Frage ernsthaft auseinandersetzen. Die erste Ferienhälfte haben wir ja bereits bei der Familie im Ruhrgebiet verbracht, wo ausgiebigste Fremd-Bespaßung Programm war, jetzt - wieder daheim - geht es an die Substanz. An meine Substanz!

Da ich im Moment im Web-Fieber stecke und mich an allem versuche, was man verweben kann, habe ich mich gemeinsam mit dem Grinsekätzchen an ein "wetterfestes" Projekt gewagt.
Mit einem DIY-Webrahmen aus Papptellern ist diese wunderbare Dekoration entstanden, die nicht nur das Kinderzimmer verschönert, sondern auch ein tolles Präsent für die Lieben ist (btw: in genau 130 Tagen ist Weihnachten. Ich sag´s ja nur!)




Was man dazu braucht, ist schnell zusammen gefasst:
- eine Bastelschere
- Kleber
- 2 Pappteller in einer Farbe Deiner Wahl (ich hatte nur weiße, die ich mit Sprühfarbe himmelblau gesprayt habe
- etwas Acrylfarbe zum Bemalen des Tellers; wir haben die weißen Regentropfen mithilfe eines schnell gefertigten Kartoffelstempels aufgebracht
- kunterbunte Wolle
- evtl. einen hölzernen Pommes-Picker; hieraus haben wir das Schiffchen zum Weben gefertigt
- evtl. einen kleinen Kamm
- viel Lust und Laune zu Kreativarbeit

Zunächst haben wir der Stabilität halber zwei Pappteller mit Bastelkleber miteinander verklebt. Nach dem Trocknen haben wir den nun festen Teller halbiert bzw. etwas weniger als die Hälfte abgeschnitten, so dass sich ein "etwas längerer" Halbkreis ergibt. Diesen haben wir mit himmelblauer Acryl-Sprühfarbe (auf dem Balkon) besprayt.
Nach dem Trocknen haben wir uns an die Schlitzung für den Webfaden gemacht. Da dieser die Sonne(nstrahlen) darstellen soll, haben wir uns für einen pastellgelben Wollfaden entschieden. Hierfür die Mitte der glatten Schnittkante ausmessen und einen ca. 3 mm langen Schnitt machen. Genau gegenüberliegend, an der runden Tellerkante ebenfalls einen Schnitt in gleicher Größe fertigen. Die übrigen Schnitte in der runden Tellerkante haben wir Pi mal Daumen gemacht, wobei der Abstand ungefähr gleich sein sollte. Je mehr Schnitte man hier macht, desto dichter wird zum Schluss das Webergebnis - sprich, der Regenbogen!
Danach haben wir die "Sonnenstrahlen" gespannt. Ein langer, pastellgelber Wollfaden wird hierfür mit den Fingern an der Tellerrückseite fixiert. Das Spannen beginnt im Mittelschlitz der geraden Tellerkante. Von hier aus wird nun der Wollfaden im Uhrzeigersinn gespannt. Er sollte stramm, aber nicht zu fest gespannt sein, sonst biegt sich der Pappteller unschön. Das Bespannen endet wieder im Mittelschlitz der geraden Tellerkante, so dass beide Enden des Wollfadens bequem auf der Rückseite miteinander verknotet werden können. So, Grundgerüst fertig.


Wer mag, kann jetzt noch ein kleines Web-Schiffchen fertigen. Wir haben hierfür einen Pommes-Spicker aus Holz verwendet, der eine Picker- und eine Rundseite hat. In die Rundseite haben wir mit der Schere einfach spiegelgleich noch ein zackiges Picker-Ende geschnitten und das somit entstandende Web-Schiffchen noch farblich passend besprüht. Trocknen lassen nicht vergessen.

Danach wird in allen vorhandenen Lieblingsfarben der Regenbogen gewebt. Hierfür wird die erste Wollfarbe auf das Web-Schiffchen gewickelt. Man beginnt nun im Uhrzeigersinn das Schiffchen mit einem langen Fadenende abwechselnd über, dann unter den "Sonnenstrahlen" entlang zu führen. 


Ist man am Strahlenende angelangt, muss man lediglich beachten, dass die nächste Webrunde gegen den Uhrzeigersinn so anfängt, dass der Wollfaden um den Endstrahl herum geführt wird, bevor man das Web-Schiffchen wieder über und unter die folgenden Sonnenstrahlen  führt. Mein Foto zeigt dies schön in der Nahaufnahme, finde ich. Damit der Regenbogen schön gleichmäßig und nicht zu locker gewebt ist, empfiehlt es sich, die gewebten Streifen mit einem Kamm vorsichtig in Form zu bringen, so dass sie dicht aneinander liegen; mit etwas geübten Fingern funktioniert dies ebenso gut.

Ist eine Regenbogenfarbe fertig gewebt, kann eine weitere Farbe gewählt werden, die einfach mit dem Ende des vorherigen Wollfadens verknotet wird. Am schönsten sieht dies aus, wenn es an den äußeren Strahlenrändern passiert. So erzielst Du einen besonders gleichmäßigen Regenbogen. Die verknoteten Fäden schiebst Du einfach unter die Sonnenstrahlen. Diese sieht man zum Schluss der Arbeit nicht mehr.
Ist der Regenbogen fertig gewebt, sollte das Ende des Schlussfadens etwas länger abgeschnitten werden. Dieser kann ebenfalls hinter den Sonnenstrahlen verknotet, oder aber vernäht werden. Eine feine Häkelnadel hilft hierbei.

Fertig ist der zauberhafte Himmel, der unweigerlich daran erinnert, dass nach jedem Regen auch der Sonnenschein wieder kommt.

In dem Sinne, hab eine wunderbare Ferienzeit!
Katja


Donnerstag, 23. Juni 2016

Pompom-Parade

Vielen Dank für das liebe Feedback zu meinen DIYourselfies. Heute mag ich Dir meine upcycelten Plasiktüten vorstellen, aus denen ich dekorative und vor allem haltbare Pompoms für den Outdoor-Bereich fertige.

Wie Du in einem meiner letzten Posts vielleicht gesehen hast, zieren sie unter anderem meinen Kronleuchter auf dem Balkon. Sie können aber auch dekorativ im Garten platziert werden. In den Baum gehängt finde ich sie besonders schön. Und ewig haltbar dazu! 
Plastiktüten versuche ich ja, wann es geht, zu vermeiden. Nichts desto trotz schleichen sich hier und da besagte Tüten ein. Die unifarbenen sind mir die liebsten, natürlich können die Pompoms auch mit bunten und beschrifteten Tüten gefertigt werden. Im Endergebnis sind sie dann halt "marmoriert".

Was Du brauchst sind zwei kleinere oder eine große Plastiktüte. Besonders schön sehen die Pompoms aus, wenn Du dünne Tüten verwendest, mit dicken, stabileren funktioniert es nicht so gut. Je nachdem, wie groß Dein Pompom werden soll, empfiehlt es sich, etwas "Materialmenge" vorrätig zu haben.
Zunächst fertigst Du Dir aus festerem Karton zwei Kreise als Schablone. Falls Du keinen Zirkel zur Hand hast, kannst Du Unterteller oder Drehverschlüsse verwenden. In meinem Beispiel hat der Kartonkreis einen Durchmesser von knappen 11 cm. In diese Kreise fügst Du einen weiteren Kreis ein, der einen Durchmesser von ca. 2 cm nicht überschreiten sollte. Sonst "fädelst" Du so lange.
Die Plastiktüten legst Du nun glatt gestrichen vor Dich hin und trennst zunächst die linke und rechte Seite auf bis zur Bodenkante. Dann schneidest Du sie längs - von der Griffseite der Tüte aus -  in ca. 2 cm dicke Streifen. Das machst Du, bis die ganze Tüte in Streifen zerschnitten ist. Für die Pompom-Technik macht es nichts, wenn die Streifen einmal nicht gleich dick sind, "franseln" oder die Bodennaht der Tüte auf ihnen zu sehen ist.
Diese Streifen beginnst Du nun um Deine zwei deckungsgleich übereinander gelegten "Donut"-Schablonen zu wickeln, möglichst gleichmäßig.  
Ist ein Streifen zu Ende, kürze ihn so ein, dass er am oberen Ende des Donutrandes endet. Dann beginne mit dem nächsten Streifen und wickele ihn um die Schablonen. Mit Daumen und Zeigefinger musst Du evtl. kurz den vorangegangenen Streifen festhalten, bis zu ihn mit dem folgenden fixiert hast.
Wenn der "Donut" gleichmäßig umwickelt und das innere Loch fast geschlossen ist, hälst Du mit Daumen und Zeigefinger den Donut mittig fest und schneidest den oberen Rand auf. Da die Donutschablone ja zweifach aufliegt, kannst Du ganz einfach den Innenraum der Schablone für die Scherenführung verwenden.

Hast Du alle Plastikstreifen durchtrennt, musst Du nun ein festes Band oder ein Stück Resttütenstreifen nehmen und dies zwischen den Schablonen festschnüren. Somit befestigst Du alle Plastikstreifen mittig und kannst im folgenden ganz einfach beide Schablonen nach außen hin abziehen (ggfs. kannst Du die Schablone auch aufschneiden).

É voila: Dein Pompom! Falls er leicht unrund geraten ist, was vorkommen kann, schnibbele ihn mit der Schere einfach noch einmal an den entsprechenden Stellen nach.
Fertig ist Dein Wind-und-Wetter-Outdoor-Pompom. Viel Freude beim Dekorieren! And enjoy the summer!


Meine Pompoms umrahmen heute kleine Bartnelken und setzen sie gekonnt in Szene