Mittwoch, 31. Mai 2017

Zapfenstreich

Ja, Du magst recht haben. Mein Post-Titel klingt irgendwie nach militärischem Regelwerk. Dabei geht es heute lediglich um Zapfen.... und einen kleinen Streich im weitesten Sinne! Einen Kreativ-Streich.

Das Grinsekätzchen und ich sind hier in der Berliner Vorstadt ja zu echten Waldkindern geworden! (Nicht zu verwechseln mit Hinterwäldlern!)
Nicht, dass meine Heimat nicht über fantastische Wälder verfügt (schließlich sind wir Europas Grüne Hauptstadt geworden), aber mit Kind hat man plötzlich Augen für Dinge in der Natur, die man als Erwachsener gar nicht mehr wahr nimmt. Behaupte ich jetzt mal ganz kühn.

Die Tage radelten wir also durch unsere Wälder, gespickt von zahlreichen Zwischenstopps und Ahhhs und Ohhhs bei kuriosen Fundstücken: Vergessenen Picknickdecken, Steinen, Blüten, Raupen, Käfern... ZAPFEN. (Oder auch Kienäppel, wie man hier im Osten sagt.) 

So hörte ich das Kätzchen botanisch fasziniert maunzen: "Guck mal, Mama, wie schön die sind. Und ganz unterschiedlich. Wollen wir welche sammeln?"

Das brachte mich auf eine kleine Idee: die schönsten Zapfen, pardon: Kienäppel, sammelten wir - soviel der Gepäckträger tragen konnte - behutsam ein und erklärten sie zu unserem nächsten Bastelprojekt.

Wieder Zuhause angekommen, sortierten wir sie nach Formen und Größe und bestimmten mit einem schlauen Buch (das direkt neben dem Pilze-Buch steht und eigens für unser Vorstadtleben im Grünen angeschafft wurde) die dazu gehörigen Nadelbäume.

Magst Du wissen, woher unsere schönen Fundstücke stammen?
a - Schwarzerle
b - Schwarz-Kiefer
c - Fichte
d - Lärche
e - Douglasie
f - Berg-Kiefer
g - Fichte

Mit einigen Weidenzweigen aus dem Garten (die sind so schön biegsam), Blumendraht, Nähgarn und Lederkordel entstand dieses Natur-Mobile, das nun unseren Altbau-Treppenaufgang schmückt. 

Die feine Ganzjahresdekoration habe ich Dir aus verschiedenen Perspektiven fotografiert. So kannst Du Dir das Making-How in Bildern ansehen. 

Gefällt Dir das Mobile? Uns gefällt es sehr. Und wer meint, Zapfen gehören eher zur Weihnachtszeit, der sei hiermit hoffentlich eines besseren belehrt. 

In dem Sinne, hab einen kreativen Tag, Katja





Freitag, 19. Mai 2017

Bei Anruf Glück

Bei einer Haushaltsauflösung fand ich dieser Tage ein altes, graues Telefon mit Wählscheibe und fühlte mich an längst vergangene Zeiten erinnert, als ich mit meiner besten Freundin nach der Schule schier unendlich lange Telefonate führte und meine Mutter mit dem (wirklich ernst zu nehmenden, täglichen) Gesprächsbedarf in den Wahnsinn trieb...

Das alte graue Telefon mit zahlreichen Erinnerungen und starken Vergilbungserscheinungen nahm ich beglückt an mich und überlegte mir schon auf dem Heimweg, wie ich diesem Relikt alter Tage wieder zu neuem Glanz verhelfen könnte.







Daheim habe ich es erst einmal aufgeschraubt, ausgeschlachtet und in die Spülmaschine (hier landen grundsätzlich alle Vintage-Fundstücke) verfrachtet - also: Gehäuse und Hörer. 
Nach der peniblen Grundreinigung habe ich es in Pastellrosa, Sprech- und Hörmuschel sowie die Auflegebügel in Weiß gesprüht. Nach dem Trocknungsvorgang zweier Farbschichten konnte ich es wieder verschrauben. Glück verspürt.




Was würde zu meinem Fund also besser passen, als hübscher Klee, der perfekt in der Wähl-Öffnung zur Geltung kommt!






Derzeit steht das Glück verheißende, rosa Telefon stilecht im Flur, denn dort stand es damals auch schon immer.  Meinen Besuchern zaubert es ein Lächeln auf´s Gesicht und uns 3en ein breites Grinsen. 



Hab einen kommunikativen Tag, Katja

Dienstag, 9. Mai 2017

Somewhere over the rainbow...

... way up high..., höre ich Barbara Streisand trällern und wünsche mir nichts sehnlicher, als einen kleinen Regenbogenteppich für das Grinsekätzchen.
Vermutlich finde ich ihn toller als die Katze, aber das ist das Fantastische am Mamadasein, dass man seinen Hang zu Kitsch einfach im Kinderzimmer ausleben und dem Sprössling zuschreiben kann. Tolle Sache!

Soweit, so regenbogenbunt. In einem Online-Shop ist das Objekt meiner Begierde seit Monaten ausverkauft und so habe ich mich bei einem Bummel durch einen Möbel-Discounter entschlossen, mir, also vielmehr dem Grinsekätzchen, einen eigenen Regenbogen-Teppich als Bettvorleger zu fertigen. Denn schließlich heisst es in den Lyrics weiter "... and the dreams that you dare to dream, really do come true....".

Eine ovale (oder auch runde) Badezimmermatte in Weiß war schnell gefunden. Dazu pastellfarbene Acrylfarbe aus dem Bastelmarkt und/oder eine Menge weiße Farbe zum Aufhellen. Dazu ein breiter Borstenpinsel, Schere, Stift und Lineal und schon bin ich ausgestattet für mein DIY-Projekt.



Als erstes habe ich die Badematte nach dem Vermessen hälftig geteilt. Mit einer guten Bastelschere ging das Teilen recht fix. Orientiert habe ich mich an dem rückseitigen Muster - um auch einen geraden Schnitt hinzubekommen. 
Zunächst dachte ich, die Schnittkante würde ausflusen und hatte mir schon für den Notfall Stopfnadel und -garn bereit gelegt, um den Saum mit einem Zierstich zu umketteln. War aber gar nicht notwendig. 












Dann habe ich mir überlegt, mit wie vielen Farben ich den Regenbogen gestalten möchte. Da es sechs Farben sind, habe ich nun die Schnittkante mit dem Lineal in zwölf gleiche Abschnitte von je knapp 4 cm geteilt, denn schließlich verlaufen die Farbbögen ja von rechts nach links und treffen somit doppelt auf die Schnittkante. Die Markierungen habe ich mit einem Aqua-Trickmarker gemacht, dessen Spuren beim Bemalen wieder verschwinden. 
Aus Anfang- und Endmarkierungen habe ich mit dem Marker vorsichtig gleichmäßig dicke Bögen gezogen. Wenn man hier unsicher ist, kann man mit dem Lineal allerdings auch Markierungspunkte beim Bogenziehen machen. Im nächsten Schritt wird nun ausgemalt.



Zum Ausmalen eignet sich am besten ein breiter, borstiger Pinsel. Mit ihm lassen sich Ränder sauber ziehen und die Farbe gleichmäßig in die Teppichstruktur einpinseln.





Jeden Farbbogen musste ich erst ausgiebig durchtrocknen lassen, bevor das Auftragen des nächsten Bogens möglich war. Das hat ein bisschen gedauert. Leider. Bin ja immer so furchtbar ungeduldig.

Dafür kann das Ergebnis sich aber wirklich sehen lassen. Ich bin so verliebt in den kleinen Regenbogen, der perfekt zum selbst genähten Bambi-Kuschelkissen passt. 




Und beim nächsten Sprung ins Bett - über den pastellfarbenen Regenbogen - warten bestimmt zauberhafte Träume auf dich, kleines Grinsekätzchen! Kuschelkissen nicht vergessen...

Aber Moment mal: von einem süßen Betthupferl war nicht die Rede!














Montag, 8. Mai 2017

RührSeliges zum Muttertag

Bald ist ja Muttertag. Mein Präsent habe ich mir bereits in einem Lieblingsladen auf meinem Heimatkiez ausgesucht und meinen Herzkönig und das Grinsekätzchen dezent genötigt, bloooß nicht den heran nahenden Muttertag zu vergessen. Es gab in der Vergangenheit schon Dramen. Mehr sag ich nicht.

In meiner Berliner Vorstadt habe ich mir heute die Hortgruppe meines Grinsekätzchens geschnappt, sie zu ihrem Erstaunen in die Schulküche entführt und mit ihnen Pralinen zum Muttertag kreiert. Wollte Dramen verhindern. Du weißt schon.

Alle waren ganz aufgeregt und hatten große Lust, die Schulküche in ein kleines, konspiratives Versuchslabor zu verwandeln. Außer Bennet, der nach 5 Minuten auf einem abgelegenen Küchenstuhl einschlief. 

Vorgesehen hatte ich eine 3er-Variation an Pralinen: Orangen-Marzipan mit Zartbitterhaube, Dattel-Konfekt und Erdnussbutter-Crunchies mit Schoko-Zickzack. 
Die Zutaten wurden vor dem Zusammenstellen allesamt probiert und in jeder Teigschüssel steckten zeitgleich mindestens vier Schleckerfinger. Daraus wurde eine ganz schöne Kleckerei. Aber Kleckern gehört ja zum Handwerk. Sagt man so. Im Ruhrgebiet. 

Schlussendlich kamen die Kinder einstimmig (bis auf Bennets Enthaltung) zu dem Entschluss, dass die Erdnussbutter-Crunchies am besten schmecken. Hier wurde definitiv am meisten genascht. Deshalb möchte ich Dir heut´ rasch das Rezept verraten und ein kleines Making-Of in Bildern liefern. 

Benötigt werden:


Schüssel, Holzlöffel, Gefrierbeutel, Backpapier, kl. Pralinen-Papier-Förmchen,
Kochtopf, Schüssel für das Wasserbad

150 g Salz-Cracker
225 g grobe Erdnussbutter, entspricht einem Glas
1 Paket Zartbitter-Kuvertüre
Dekorzuckerherzen (wenn man welche hat!)

Die Cracker werden zunächst grob gebröselt und in einen stabilen Gefrierbeutel gegeben. Nach dem Verschließen des Beutels (Zipper ist super) mit der Kochfläche des Topfes behände auf die Kekse einschlagen, bis sie ganz "platt" sind.  (Schöne Methode zum Aggressionsabbau gestresster Zweitklässler!) Danach werden sie in eine Schüssel verfrachtet - also, die Kekse jetzt, in der die Erdnussbutter nun unter die feine Bröselmasse gehoben und mit einem Holzlöffel ausgiebig verrührt wird, so dass eine knetfähige Masse entsteht. 




Ist die Masse zu flüssig und nicht knetbar, gehören noch etwas Crackerbrösel dazu; ist sie zu hart, fehlen einige Esslöffel Wasser.



Danach dürfen kleine, leicht mit Wasser befeuchtete Hände kleine Kugeln kneten, die auf dem Backpapier platziert werden dürfen.



Zum Aushärten am besten in den Kühlschrank oder ins Gefrierfach stellen. (Dort sind sie auch am sichersten vor der nach Süßem lechzenden Horde).

In der Zwischenzeit die Zartbitter-Kuvertüre im Wasserbad schmelzen und mit einem Esslöffel über den gekühlten Erdnussbutter-Crunchies verteilen. Besonders schön sieht es aus, wenn die Schokolade wilde Fäden über die Crunchies zieht. (Bei uns zog die Schokolade auch wilde Fäden über den Boden der Schulküche. Ähhhem.)



Zum Schluss hatte ich klitzekleine, rosarote Zuckerguss-Herzen zum Darüberstreuen vorgesehen - das i-Tüpfelchen quasi. 
Irgendeines der Kinder hatte diese aber verbummelt (oder gar heimlich vernascht?), so dass wir ohne liebesbeschwörende Zucker-Herzen auskommen mussten.  (👽)



Anschließend habe ich die schnutenverkleckerte Horde einen Raum weiter verfrachtet und Butterbrottüten und Farbstifte ausgegeben, um in der Zwischenzeit leise die Küche zu schrubben; Bennet schlief derweil noch immer. 
Mein Auftrag an die Kinder: eine besonders hübsche Muttertagsgeschenkverpackung zu kreieren. Hierbei sind tolle Tüten mit noch tolleren, kleinen Liebesschwüren für Mamas entstanden. Ganz wunderbar!

Der Muttertag kann also kommen. Ich freue mich darauf. Habe auch extra meine Augen zugekniffen, um nicht zu sehen, welche Tütenkreation mich am kommenden Festtag zu Tränen rühren wird. Was ich schon jetzt sagen kann: der Inhalt wird grandios schmecken...

Mittwoch, 3. Mai 2017

Flohmarkt Mai-Light!

Meine letzten Flohmarktbesuche waren unglaublich ergiebig. Mein hässliches Fischlein (aus dem nach einer Sprühkur eine wunderschöne Vase wurde) und meine Osterdekoration hast Du ja vielleicht schon gesichtet. 

Heute stelle ich Dir meine neue Anstandsdame auf der Blumenbank vor. Im früheren Leben war sie wohl einmal ein kleiner Trinkkrug. Jetzt wacht sie mit ihrer etwas eigensinnigen Hochsteckfrisur über die Sukkulenten-Ecke und hat sich dort recht schnell eingelebt. 
Letztens habe ich sie sogar bei einem kleinen Nickerchen erwischt:


Dienstag, 2. Mai 2017

Der Spatz in der Hand...

... ist ja bekanntermaßen besser, als die Taube auf dem Dach, denke ich mir, während ich Dir meine kleine Frühlingsarbeit vorstellen darf, zu der mich ein weiteres, fast unverhofftes Päckchen der Firma Folia inspiriert hat. Ich lieeebe Überraschungspäckchen. Danke hierfür!




Alles, was ich hierfür gebraucht habe, waren neben einer Nähmaschine und Garn, eine Schneideunterlage, schwarzer Fotokarton, einen Motivblock (hier: "Geometrie"), Bleistift (besser noch einen Schneiderkreide-Stift, den sieht man besser auf schwarzem Fotokarton), Schneidemesser, einen weißen Kreide-Marker, Schere, Kleber, Dekokordel, zwei unterschiedlich große Konservendeckel (verdammt, wo ist nur mein Zirkel?) und zwei Schablonen mit Vogelmotiv. Diese habe ich aus einem alten Kinderbuch heraus kopiert und vergrößert. Sicherlich bietet auch das www. hübsche Vorlagen.

Zuerst habe ich die Vogelschablonen auf den schwarzen Fotokarton von folia übertragen. Dicht an dicht, um möglichst platzsparend zu arbeiten. Hierfür habe ich den Schneiderkreide-Stift verwendet, weil man hiermit die auszuschneidenenden Konturen besser sieht; Bleistift geht - bei gutem Auge - natürlich auch. 
Ausgeschnitten habe ich das filigrane Federvieh mit einem Schneidemesser. Mit ihm kann man die Konturen besonders schön nachempfinden - auf einer guten Schneideunterlage  z.B. der von folia wird´s perfekt.




Danach geht es schon ans Bemalen. Mit Schlafaugen und gepunktetem Gefieder werden die kleinen Flattertiere besonders schön. Der Kreide-Marker von folia hat einen sattweißen Farbauftrag und lässt den schwarz-weiß-Kontrast besonders schön wirken. Nach dem Trocknen kannst Du den Farbauftrag kurz mit Haarspray fixieren. Dann verwischt nix!

Für einen Vogel benötigt man zwei Zuschnitte, da die Girlanden-Kordel später zwischen zwei Vogel-Zuschnitte geklebt wird. Daher muss man darauf achten: ein vorderseitig und ein rückseitig bemalter Vogel ergeben an der Girlande später einen "vollständigen" Piepmatz aka Spatz.
Sind die Vögel zugeschnitten und angemalt, geht es an die Kugeln für die Girlande. Jetzt kommen die Konservendeckel in Ermangelung eines Zirkels zum Einsatz. Der wäre natürlich professioneller, ist aber futsch. Ich vermute stark, er befindet sich in einer heimlichen Bastelecke des Grinsekätzchens. Nun gut. Ich weiß mir ja zu helfen. 
Eine Girlandenkugel besteht aus 4 Kreisen, die es nun aus dem Motivkarton zu schneiden gilt. 




Der Motivblock von folia mit den geometrischen Motiven hat es wirklich in sich. In den Farben Schwarz, Grau, Weiß, Pastellgrün, Rosé und Zartgelb finden sich hier so fantastische Muster, dass es mir unglaublich schwer fiel, eine Auswahl zu treffen. 
Jedes der 20 Motivblätter ist großartig designt und mit zartem Geometrie-Muster versehen. Da ich mich einfach nicht entscheiden konnte, musste ich mir Grinsekätzchens Unterstützung holen. Denkste, denn auch die Katze blätterte und sagte bei jedem Blatt "ohhh, das hier wäre toll". 
Aus den zahlreichen "das hier"s wurde schlussendlich die pastellgrün-mintfarbene Farbpallette (obwohl auch die Schwarz-Weiß- und Rosétöne  großar.....).

Nachdem also pro Kugel vier Kreise aus den jeweiligen Motivblättern, bzw -kartons zugeschnitten waren, wurden  zwei davon hälftig geknickt und jeweils auf die nicht geknickten Kreise gelegt. Beim Arbeiten mit Mustern ist es wichtig, darauf zu achten, dass beim Zusammenlegen der Kreise eine Musterrichtung eingehalten wird. 
Mit der Nähmaschine habe ich die 2 x 2 Kreise fixiert. Sie ergeben nun die zwei Hälften, die an die Girlanden-Kordel geklebt werden und somit zu einer Kugel werden. Das Schöne ist, man kann die jeweils 2 Farbkreise schön der Reihe nach wegnähen und erhält so eine "Kette". 



Wem das Nähen zu aufwendig ist, kann natürlich auch mit Bastelkleber arbeiten, und die Kreise "im Knick" zusammenkleben.
Sind genug Kreise gefertigt und von der Nähkette wieder getrennt, kann nun die Girlanden-Kordel bestückt werden. Ich habe mich für die türkisgrün-weiß gedrehte Dekokordel mit einer Länge von ca. 70 cm entschieden. Kleine Schlaufe(n) zum Aufhängen nicht vergessen!
Die Vögel- und Kreis-Pärchen werden jetzt mit Bastelkleber mit der Kordel verklebt.



Während des Trocknungsvorgangs überlege ich, an welchem Fenster die Spätzchen die Saison über zwitschern dürfen: ich glaube, an der Wohnungseingangstür wird es ihnen am besten gefallen....