Montag, 12. Februar 2018

Kamelle!

Karneval ohne Kamelle ist quasi undenkbar. Ein Rosenmontagszug ohne regenbogenbuntes Süßkram-Wurfgeschoss... das ist wie Kölle ohne BAB und die Bläck Fööss, Helene ohne Florian, Aperol ohne Spritz oder Clown ohne rote Nase. 

Nun habe ich ja bereits hinlänglich darüber berichtet, dass ich seit nunmehr knapp 8 Jahren in einer Vorstadt Berlins wohne, die nicht gerade als Karnevalshochburg bekannt ist. Vielmehr meidet man hier - wohl prinzipiell - solche Festivitäten und schenkt verkleideten Kindern dieser Tage solch seltsame Blicke, als vermute man, sie wären von einer ansteckenden Krankheit befallen. (Nein, mein Kätzchen ist NICHT tollwütig!)

Für die besten Freundinnen des Grinsekätzchens - das dieses Jahr übrigens als... Grinsekätzchen verkleidet ist (wer hätte das vermutet?) - habe ich mir kleine Kamelle-Becher ausgedacht, die prall gefüllt sind mit Süßkram und den heimischen Rosenmontagszug ersetzen müssen, auf den wir nur allzu gern gegangen wären! So gibt es nun "Karneval-to-go" auf vorstadtberlinerisch (mit ein bisschen Bläck Fööss & Co. dazu - siehe oben und Polonese im Garten).


Verbastelt habe ich dabei:

🤡 receycelte Trinkbecher in Naturfarbe
🤡 rote Mini Pompons in verschiedenen Größen
🤡 Tonpapier in Grüntönen, Weiß und Rot
🤡 Pfeifenreiniger in Grüntönen
🤡 evtl. Vorlage für ein Kleeblatt
🤡 schwarzer Paintmarker
🤡 Bleistift zum Vorzeichnen
🤡 Heißklebepistole / Klebestift
🤡 Schere 
🤡 Kamelleeeeeee












Zuerst habe ich dem Kamelle-Becher einen Mund verpasst. Der ist frei Hand schnell aus dem weißen Papier geschnitten und mit einem Paintmarker mit einem breiten Grinsen versehen. 
Der größte Pompon meines Sortiments ist die Nase, die ich mit Heißkleber rasch mittig fixiert habe. Auch halbe Styroporkugeln eignen sich super. Ein Clowns-Gesicht habe ich probehalber damit versehen. Rot angemalt, fertig.
Die Augen sind mit Paintmarker ebenfalls rasch aufgemalt. Wie findest Du den zwinkernden Clown?
Ist das Gesicht fertig, geht es an die Frisur. Pro Kopf habe ich zwei ca. 10 cm lange und 4 cm breite Streifen rotes Tonpapier verwendet, das ich längs in dünne Streifen geschnitten habe, so dass oberhalb noch max. 1 cm Klebekante übrig bleibt. 
Die Streifen habe ich mit einer Bastelschere vorsichtig gekräuselt, ganz so, wie man es mit Geschenkpapier macht. Die "Haare" bekommen so eine leichte Fönwelle. Schick, nä? Mit Klebestift auf der Klebekante sind sie rasch rechts und links vom Gesicht platziert und komplettisieren den Clown. Genauso, wie die Pompon-Frisur. Also fast. Denn jede Verkleidung hat noch ein kleines Extra bekommen. Was sagst Du zum grünen Kleeblatt im Haar? 



Und den Moosgummi-Blümchen am Revers? Den Hut habe ich mit einem kleinen Joghurt-Becher gefertigt, den ich besprüht und mit einer Tonkartonkrempe versehen habe.





Sobald die Jungs getrocknet sind, wartet auf sie eine lustige Füllung. Rein darf, was Spaß macht und schmeckt: Bonbons in glitzernder Papierverpackung, Zuckerperlenketten, saure Stäbchen, Kaustreifen, Smarties, Schaumgummi-Mäuse und selbstgemachte kleine Herz-Bonbons/-Lollies. (Das kleine Bonbon-Making-Of, das sich auch hervorrangend für den Valentinstag eignet, findest Du übrigens hier).

Was mir zu Beginn des Shootings allerdings noch fehlte, waren neben all dem Süßkram auch Konfettis-to-go-and-throw. Also kramte ich rasch in meinem Fundus und besorgte mir 

🤡 dicke, bunte Plastik-Strohhalme
🤡 Tacker
🤡 gepunktetes Masking-Tape
🤡 kleine Konfettis

Die Strohhalme werden nach Wunsch gekürzt und ein Ende mit Tackernadel verschlossen. Damit es schöner aussieht, wird das Halmende mit Masking-Tape umklebt. Dann wird es etwas fisselig (ich hab´s ja nicht so mit der Ausdauer): die Halme müssen nun mit den kleinen Konfettis befüllt werden. Zum Schluss wird die Öffnung ebenfalls getackert und wieder mit Masking-Tape... Du weißt schon. Fertig ist das Konfetti für unterwegs! Aufreißen. Wild umher werfen. Glücklich sein!



So, jetzt noch schnell verkleidet und geschminkt (ich gehe als weißes Kaninchen, was sonst?) und dann nix wie raus an die frische Luft, denn ich glaub, hier fliegen gleich, die Löcher aus dem Käse,....






Dienstag, 30. Januar 2018

Schneeflöckchen...

... sind doch tatsächlich über Nacht über unsere Berliner Vorstadt eingefallen. 
Als ich heute Morgen verschlafen aus dem Balkonfenster schaute und - wie seit Tagen - bescheiden die ersten Frühlingsboten ersehnte, war es bereits geschehen: Haus und Garten schneebedeckt. Muss das wirklich sein, jetzt wo doch jeder - Mensch und Tier - sehnlichst auf den Frühling wartet? (Lieber Petrus, Schnee zu Weihnachten wäre statt 10 Grad echt toll gewesen. Aber jetzt will ihn doch keener mehr!)


Nachdem ich im letzten Winter meinen gefiederten Gartenfreunden ein reichhaltiges Buffet gezaubert hatte (wenn Du magst, schau hier noch einmal nach), war heute eine schnelle Futterquelle bei Eisestemperaturen von -8 Grad gefragt.
Also habe ich die Weihnachtsförmchendose noch einmal heraus gekramt und dem wohl hungrigen, weil frösteligem Federvieh eine kleine Knabbergelegenheit gefertigt. 



Gutes Kokosfett und eine Wildvogelfuttermischung sind alles, was man für dieses kleine Mahl benötigt. Lediglich winterliche Ausstechförmchen, eine kleine Schale und Backpapier sind das Zusatzutensil, das man ja immer daheim hat. 




Während ich mein Eisblumen-Ausstechförmchen im Gefrierfach platziert hatte, habe ich in einem Topf vorsichtig das Kokosfett geschmolzen. Es sollte nicht erhitzen, sich lediglich verflüssigen. 
Das eisgekühlte Ausstechförmchen habe ich nun auf dem Backpapier platziert und das flüssige Kokosfett vorsichtig hinein geschüttet. Durch die Kälte des Förmchens erhärtet der erste Schuss Fett sofort und lässt kein weiteres Fett unter dem Förmchenrand hinweg schwimmen. 
Zum Aushärten des gegossenen Fettes geht es wieder in den Kühlschrank. 
Der Rest des flüssigen Kokosfettes wird nun mit einer feinen Vogelfuttermischung für Wildvögel gemischt.
Ist das Fett im Förmchen ausgehärtet, wird es vorsichtig heraus gedrückt und in einem mind. 1 cm hohen Schälchen platziert. Darum herum wird nun vorsichtig die flüssige Vogelfuttermischung verteilt. Ab in den Kühlschrank damit und nach 1 Stunde ist das Vogel-Leckerli fertig.






Ach ja, eine kleine Öse zum Aufhängen, die vorsichtig in die Seite hinein gesteckt, braucht es auch noch, um das kulinarische Vogel-DIY zu komplettisieren. Mit einem hübschen Band versehen, kann es sofort serviert werden. 



Na dann: guten Appetit, ihr Piepmätze!


Sonntag, 21. Januar 2018

Fatimas Hand

Meine liebe Freundin brachte mir vor einigen Wochen als Urlaubsmitbringsel einen silbernen Anhänger der Hand Fatimas mit. Ich liebe dieses Motiv und auch wenn ich kein Glücksbringer-Gläubiger bin, mag ich die Symbolik, die dahinter steckt, sehr. 

Fast passend, dass meine derzeitige Lektüre (mal wieder) Khalil Gibran´s "der Prophet" ist. Es ist ein kleines, sehr spirituelles Büchlein, das sich u.a. mit Weisheiten über Liebe, Kinder, Freude, Leid, Freiheit, Schmerz, Schuld und Sühne.... befasst. 



Eine poetische Lektüre für alle Lagen des Lebens, die mir schon oft neue Impulse für den Alltag geliefert hat. 
Zudem ist das Buch eine schöne Geschenkidee für alle die, die spirituelle Lebensweisheiten fast-food-Sprüchen vorziehen. Und wenn die Lektüre noch mit einem selbst gemachten Lesezeichen personalisiert ist, na, dann ist das 1a-Geschenk im Kasten, würde ich sagen!




Kreativ inspiriert habe ich also diese Lesezeichen gefertigt, die auch wunderbar als kleines 3er-Mobilé zum Einsatz kommen können.

Meine Zutaten hierfür? Gar nicht viel und ganz einfach: 

🤚🏽 fester Tonkarton in verschiedenen Farben
🤚🏽 Vorlage der Hand Fatimas (aus dem Internet)
🤚🏽 Bleistift und Schere (oder Cutter)
🤚🏽 RollerPen in weiß
🤚🏽 Lochzange (geht auch ohne)
🤚🏽 Wolle in verschiedenen Farben
🤚🏽 Stopfnadel
🤚🏽 Gabel zur Herstellung der kleinen Quasten



Zuerst habe ich mir die Vorlage der Hand Fatimas aus dem Internet ausgedruckt. Bei der Größe des Ausdrucks habe ich darauf geachtet, dass sie ohne weiteres in ein Standard-Buch hinein passt. 
Die Silhouette der Hand wird mit Bleistift auf einen stabilen Tonkarton übertragen, dann ausgeschnitten. 
Danach kann direkt mit der schnörkeligen Verzierung der Vorder- und Rückseite der Hand begonnen werden. Je feinteiliger, desto filigraner wirkt das Endergebnis. Das nimmt ein wenig Zeit in Anspruch, hat aber auch meditativen Charakter. Inspiriert haben mich Henna-Malereien auf "echten" Händen, die man zuhauf im Internet finden kann. Das Auge als Symbol der Wachsamkeit und Achtsamkeit habe ich auf jeder meiner Tonkarton-Hände mit verarbeitet.

 
Nachdem die Zeichnungen getrocknet sind, habe ich mit einer Lochzange kleine Löcher in die Handunterseite gestanzt. 





Mithilfe einer Gabel habe ich nun kleine Quasten gefertigt. Dabei wird dünne Wolle 20-30 Mal um die Gabelzinken gewickelt, und mit einem Stück Wollfaden nach der ersten Gabelzinke fixiert.



Nimmt man das Wollbüschel nun von der Gabel ab und trennt mit einer Schere die unteren Schlaufen auf, erhält man niedliche Quasten, die mit Stopfnadel in 3er-Reihe gefädelt und mit weiterem Wollfaden an der Hand befestigt, einen schönen Lesezeichen-Bommel ergeben. 







So, jetzt aber rasch zurück auf meinen Lieblingsplatz. Sonntags-Lektüre wartet - während es draußen in Strömen regnet...


Montag, 1. Januar 2018

Neujährchen

Willkommen in ein genüssliches 2018!

Während in manchen Haushalten vorübergehend die kulinarische Abstinenz ab dem 01. Januar einzieht, wird in meinem Wunderland noch einmal richtig geschlemmt. (Erst dann geht es an erste diätische Maßnahmen!) Omimis bislang streng gehütetes Rezept der Neujährchen ist nämlich zu verlockend!

Ich will auch gar nicht viel erzählen, sondern gleich die Bilder wirken lassen. 




Das wunderbar vintagehafte Hörncheneisen hat Omimi vor wenigen Tagen an mich abgetreten, weil sie sich leider nicht mehr in der Lage fühlt, sich ans Eisen zu schwingen. Ehrwürdig habe ich die orange-braune Preziose mit dem sagenhaften Muster der 70ies in meine Obhut genommen und gleich das Familienrezept ausprobiert.




Omimis Geheimzutaten für ca. 40 Neujährchen lauten wie folgt:
  • 250 g Grümmelkandis
  • 260 ml Wasser
  • 65 g Butter
  • 320 g Mehl
  • 2 Bio-Eier
  • 1/2 Kardamom Kapsel
  • Saft einer halben Orange
  • 1 Prise Zimt





Zunächst wird der Grümmelkandis mit dem Wasser in einem Topf erhitzt und aufgelöst. 
Parallel wird die Butter in einem weiteren Topf zum Schmelzen gebracht. Beides gut abkühlen lassen. 
Mit einem Mixer wird die Butter nun schaumig geschlagen. Das funktioniert am besten, wenn die Butter nach dem Schmelzvorgang wieder beginnt, leicht fest zu werden. Nachdem die Eier hinzugefügt wurden, werden nun Mehl und Kandiswasser abwechselnd zum Teig hinzugegeben. Zum Schluss werden der Saft einer halben, frischen Orange, Zimt und Kardamom beigemengt. 






Für diese Menge Teig verwende ich eine halbe, im Mörser zerstoßene Kardamomschote. (Gehäuse entfernen!) Der Teig hat nun die richtige Konsistenz, um nach einer kleinen Ruhephase von 30 Min. im Hörncheneisen zu landen. 
Auch längere Ruhephasen nimmt er Dir nicht übel, weswegen man den Teig super im Voraus fertigen oder in Etappen abbacken kann. 

Nun das Hörncheneisen anschmeißen. Ich backe die Hörnchen für ca. 4 Min. auf der Stufe 3 1/2. So werden sie schön kross.
In das mit Butter gefettete Eisen nun kleine Teigportionen geben und abbacken. 






Mithilfe eines kleinen Nudelholzes aus dem Kaufladen meines Grinsekätzchens habe ich die noch heißen Waffeln zu Röllchen geformt. Im lauwarmen Zustand vom Nudelholz abziehen und zum Auskühlen beiseite legen.

 
Auch in weiteren Formen, wie Schälchen, Hörnchen, Muscheln oder in Naturrund finde ich den Teig großartig. Ganz nach Geschmack kann hier variiert werden. Wichtig ist lediglich, dass hitzebeständige "Schablonen" zum Formen des abgebackenen, noch warmen Hörnchenteigs verwendet werden, wie z.B. Muffinbleche, wenn man kleine Schalen - für Eis oder Obst - erzielen möchte. 

Werden die Hörnchen entgegen unserer Sitte nicht gleich lauwarm verspeist, halten sie sich am besten in einer gut verschlossenen Metalldose für 1 bis 2 Wochen. 

Traditionell essen wir die Hörnchen zum Start ins neue Jahr mit Sahne zum Kaffee. Auf unseren Glücks-Tellern. Mit Eis UND Sahne lässt sich das karamellige Geschmackserlebnis der Hörnchen allerdings noch toppen. Wie wäre es mit ein paar Schoko-Streuseln oben drauf?

 
Da wir zu unseren Neujahrs-Antrittsbesuchen bei Freunden und Familie Omimis Tradition wieder aufleben lassen und die Hörnchen gern verschenken möchten, haben wir je knapp ein Dutzend von Ihnen in die schönen Geschenkboxen von Folia gebettet. 



Im Format L20 x B20 x H10 cm sind die pastellfarbenen Karton-Sets mit zartem Muster rasch zusammen gebaut und präsentieren die süßen Kostbarkeiten durch den Klarsichtdeckel mehr als repräsentativ. Mehrfach gewickeltes Kordelband mit kleinen Masking-Tape-Wimpeln und frischer Tulpe versehen, tut ihr übriges. Man mag direkt zugreifen und naschen, oder?




Na, dann: alles Gute zum Neujährchen! Und nimm´s nicht zu streng mit der Diät!


Montag, 25. Dezember 2017

Knupser, knusper, knäuschen.. 2.0

Nachdem wir in der Vorweihnachtszeit diese niedlichen Hexenhäuschen mit Füllung en miniature gebastelt hatten, befand das Grinsekätzchen, wir bräuchten zum Fest auch ein echtes Hexenhäuschen mit richtigem Knabberzeugs daran. Und Beleuchtung innen drin. Und gaaaaanz viel Zuckerguss-Schnee drum herum.



Toll ist, wer aus selbst gebackenem Lebkuchenteig ein individuelles Häuschen zimmert. Wir haben, ob des Zeitmangels, zu einer Fertighauspackung gegriffen. Die Katze hat dieses Häuschen so fantastisch "designt", dass ich es Dir heute unbedingt einmal zeigen und noch ein bisschen weihnachtliches Flair versprühen möchte. 

Aus einem frischen Eiweiß (Gr. M) und 250 g gesiebtem Puderzucker mit einem Spritzer Zitrone haben wir ruckzuck mit dem Mixer schönsten Zuckerguss fabriziert.
Als Spritztüte haben wir einen Gefrierbeutel verwendet, den wir in einem Trinkglas fixiert und mit dem Guss befüllt haben. Kleines Eckchen abschneiden und schon ist die selfmade-Spritztüte fertig und einsatzbereit. 

Zunächst hat die Katze die fertigen Lebkuchen-Haushälften mit besagtem Zuckerguss vorsichtig verklebt und sie über eine kleine Lichterkette gestülpt. 
Dank einer phänomenalen Klebkraft (auch auf den Küchenschränken) ging es flux an die Fassadenverkleidung: kunterbunte Süßigkeiten (alles Halloween-Überbleibsel aus dem Geheimversteck im Kinderzimmer) landeten auf dem Häuserdach. Fledermäuse aus Lakritz machen sich verdammt gut auf einem Hexenhäuschen! Sogar der Kamin und eine Laterne wurden aus Naschwerk kreiert. Mittendrin natürlich tiefste Schneemassen. Denn es soll ja winterlich anmuten. 



Auf der Terrasse tummeln sich derweil die leicht angeschneite, aber doch freundlich drein schauende Hexe nebst Hänsel und Gretel. Sie waren im Lieferumfang des Fertighauses schon enthalten. Ein Klecks Zuckerguss oben drauf und schon scheinen sie inmitten einer Schneeverwehung zu stehen! Brrrr.



Hey, ihr beiden, vorsicht, stolpert beim Fluchtversuch bloß nicht über den Gartenzaun aus Smarties!

Aber ganz ehrlich, wer will aus so einem Süßigkeiten-Paradies denn schon fliehen?

Nach Fertigstellung des süßen Kunstwerkes haben wir dieses vorsichtig auf eine Tortenplatte mit Standfuß gesetzt und mit weiteren Basteleien der Katze - einem Eierkarton-Tannenbaum, einer Schneeflockenkerze, und anderen winterlichen Kleinigkeiten - geschmückt. 



Auf dem Wohnzimmertisch ist das Häuschen ein echter Blickfang und erste Knibbel- und Knabberversuche wurden bereits erfolgreich abgewehrt.....






Sonntag, 24. Dezember 2017

Just in time!

Diese betriebswirtschaftliche Strategie hat mich in meinem Dasein spätestens zu Zeiten meines Studiums bestätigt. Meine Familie kennt mich nicht anders; mein Herzkönig hat es schmerzlich akzeptiert und mein Arbeitgeber hat wegen Mitarbeitern wie mir die Gleitzeit eingerichtet, denn "just in time" ist mein Lebensmotto, wobei, ehrlich gesagt, hier und da auch noch ein "nearly" hinzu gefügt werden müsste.

Einige Dinge des Lebens hingegen sollten tatsächlich erst zu dem Zeitpunkt erledigt werden, zu dem sie auch unmittelbar benötigt werden. Dazu zählt auf jeden Fall - bei uns zumindest - die Anschaffung eines Tannenbaums für den Heiligen Abend. 

So schickte ich meinen Herzkönig gestern zum hiesigen Gartencenter, um einen adäquaten Nadelbaum für uns zu erstehen. Etwas skeptisch war ich schon, stimmen Herzkönigs und meine Vorstellungen von einem passenden Tannenbaum nicht immer überein. Aber, mir fehlte einfach die Zeit, war ich ob unseres Besuches doch damit beschäftigt, die Wohnung (just in time) aufzuräumen und zu säubern und erste Vorbereitungen (just in time) für das üppige Weihnachtsessen zu tätigen.
Nach 3 1/2 stündiger Abwesenheit des Herzkönigs (ich dachte derweil, er wäre in den tiefsten Wäldern Brandenburgs einen Baum eigenhändig schlagen gewesen), traf Besagter mit einer Nordmanntanne ein, die schon Schwierigkeiten hatte, gemeinsam mit ihm den Hausflur zu passieren. Gut, dass helfende Hände zur Stelle waren.
Christbaumständer und Baumgehänge standen derweil im Wohnzimmer einsatzbereit. 
Als die Tanne kippsicher im Ständer platziert und mit einem beherzten Schnitt vom Netz befreit war (sie schnippte auseinander wie ein solides Schweizer Taschenmesser), maß sie unglaubliche 3 m bei einem vermuteten Umfang von 1,80 m an der breitesten Stelle. Hui!

Du magst es kaum glauben, aber nachdem unser Baumschmuck nebst Lichterkette(n) platziert war, fiel prompt und einstimmig die Entscheidung, dass noch mehr Baumschmuck her muss, um diesen Kolloss in Grün festgerecht zu schmücken.

Das Grinsekätzchen und ich sind ja große Fans von Recycling und nach einem kurzen Brainstorming in unserer Bastelecke fiel die Wahl auf eine Schneekugel-Deko für den so halbnackten Tannenbaum.

Was wir aus unserem Fundus hierzu benötigten: 

❄️ saubere Nachtisch-Becher ohne Beschriftung ❄️ passende Verschlussdeckel von Glaskonserven, die die Becheröffnung abdecken ❄️ Bastelkarton ❄️ Bleistift zum Vorzeichnen ❄️ Filzstifte, evtl. Paint Marker ❄️ Schere und/oder Cutter ❄️ Heißkleber und/oder Sekundenkleber ❄️ Dekoband als Aufhängung ❄️ Dekoschnee, Glitter, Streusternchen, Mini-Pompoms oder Konfetti ❄️ weitere, kleine Dekoelemente, wie z.B. Bäumchen ❄️




Zunächst haben wir uns ein winterliches Motiv für das Schneekugelinnere überlegt. Was lag näher, als einen Schneemann luftdicht beschneien zu lassen? Die Motividee habe ich einfach aus meiner Bastelaktion vom letzten Winter gemopst. Das Kätzchen hat freihand gezeichnet und stattliche Schneekerle kreiert. 
Weitere schöne Schneekugel-Motive sind Tannenbäume,  Wichtel, tierische Winterfiguren, Hexenhäuschen, etc.   



Nachdem die Motive gewählt sind, werden sie vorgezeichnet, vorsichtig ausgeschnitten und vorder- und rückseitig bemalt. Wichtig ist, dass die Motivgröße auch ohne weiteres unter den Becher passt. Vorher testen!

 
Der Verschlussdeckel dient als Boden der Schneekugel. In dessen Innenseite werden nun jeweils die Schneemänner nebst (gekaufter) Mini-Tanne und das Schlittschuh-Mädchen mit Heißkleber möglichst mittig fixiert.  



Jetzt geht es an die Füllung der späteren Schneekugel. Es kann alles verwendet werden, was sich gut schütteln lässt. So  habe ich die Becher zu ungefähr 1/3 mit Dekoschnee und z.T. Silberglitter befüllt. 




Wenn man Deckel und Becher vorsichtig zusammenführt und umdreht, sieht man, wie viel Schnee die Figuren umgeben. Das ist wichtig, damit später die hübschen Bastelergebnisse nicht gänzlich im "Schneegestöber" verschwinden. 
Ist die Schneemenge ausreichend, geht es jetzt ans Verkleben. Mit Heiß- oder Sekundenkleber wird nun der  mit Schnee befüllte Becherrand vorsichtig mit Kleber benetzt und der Verschlussdeckel incl. der angetrockneten Figur zügig auf den Becherrand geklebt. Fest andrücken und gut trocknen lassen. 




Einigen Schneekugeln haben wir mit weißem Paintmarker noch Kleinstschneeflöckchen auf dem Becherdeckel verpasst.



Da unsere Schneekugel hängen soll, wird jetzt noch mit etwas Heißkleber eine Dekoschnur in der Mitte des Becherbodens befestigt. 




Bevor die kleinen Miniwelten nun an den dekokahlen Stellen des Baumes zum Hängen kommen, dürfen sie noch einmal kräftig durchgeschüttelt werden. Und ganz heimlich kommt dabei der Wunsch auf, es möge doch zu Weihnachten auch "in echt" gaaaanz kräftig schneien.... 








(... und im nächsten Jahr einen doch etwas kleineren Tannenbaum geben!)

Ich wünsche Dir ein wunderbares, friedvolles Weihnachtsfest und zahlreiche Glücksmomente unter dem Weihnachtsbaum - egal wie groß Deiner auch sein mag!