Dienstag, 12. Dezember 2017

Besuch vom Südpol

Es war ein kleiner Pinguin,
der auf 'ne große Reise ging.
Vom Südpol machte er sich auf
in die weite Welt hinaus.







Natürlich handelte es sich bei uns nicht nur um einen einzigen Pinguin! Vielmehr war es eine ganze Horde befrackter Südpolbewohner, die mit dem Grinsekätzchen und ihren Freundinnen zum Advents-Kakao-Tauchen verabredet war...




Ihren Ursprung haben sie in 

❄️ großen Marshmallows
❄️ 100 g Kuvertüre (Vollmilch und Zartbitter hälftig)
❄️ roten Schokolinsen für den Schnabel
❄️ Dekorzuckeraugen 

Im Wasserbad wird die Zartbitter- und Vollmilchkuvertüre zum Schmelzen gebracht. Auf einen langen Schaschlickspieß gespießt, habe ich die kleinen Racker kopfüber in die Schokolade getaucht. Mit einem kleinen Löffel wird dann der Frack vorsichtig mit der flüssigen Schokolade "gegossen". In ein Stück Styropor gespießt, kann die Schokolade so nun leicht antrocknen. Die Zuckeraugen habe ich auf die schon 
halbfeste Schokolade gedrückt, so können die Augen nicht mehr rutschen. 
Rote Schokolinsen habe ich mit einem scharfen Messer mittig durchtrennt und mit etwas Lebensmittelkleber befestigt. Ein kleiner Schokokleks hilft dem Schnabel allerdings auch, anzuwachsen. 

Wie sie so im Styropor - was sag ich: im Ewigen Eis - abkühlten, (um dann nach einer kurzen Wanderschaft ins Kinderzimmer in heißem Kakao ihr kurzes Dasein zu besiegeln,) konnte ich einige von ihnen überreden, bei mir zu bleiben und in einer köstlichen Creme zu versinken... 




Für die kleine, feine Creme habe ich folgende Zutaten (für 4 Portionsgläser) verwendet: 

❄️ 200 g griechischen Joghurt
❄️ 50 g Magerquark
❄️ 2-3 EL (braunen) Zucker
❄️ eine Prise Zimt (bei mir holl. Spekulatiuskruiden)
❄️ etwas Vanilleschote (aus der Mühle)
❄️ ca. 100 g Mandel-Spekulatius
❄️ 5 EL Kaffee (wer mag, gemischt mit 1 EL Amaretto)
❄️ Streusternchen und etwas Puderzucker zum Bestäuben

Joghurt, Quark, Zucker, Zimt und gemahlene Vanille habe ich miteinander vermischt und einige zerbröselte Mandel-Spekulatius unter gehoben. 
Einige grob gebrochene Spekulatius habe ich kurz in dem Gemisch von Amaretto und Kaffee getunkt und auf den Boden kleiner Weckgläser gelegt. Darauf kommt eine erste Schicht der Creme; danach noch einmal eine Schicht getränkte Spekulatius-Stücke und wieder Creme.
Kurz im Kühlschrank anziehen lassen und dann mit Streusternchen und Puderzuckerhaube servieren. Welcher Pinguin kann da widerstehen?






Sonntag, 3. Dezember 2017

Engel & Bergmann

Als ich auf die beiden stieß - bei einem sonntäglichen Flohmarktbummel im Spätsommer (!) - war ich gleich Feuer und Flamme. 
Ich mag den Vintage-Stil einfach zu gern. Und ich mag´s auch gerne kitschig. Zuweilen. Auf jeden Fall immer dann, wenn mich ein Fundstück an gute alte Zeiten erinnert und ein wohlig warmes Gefühl hervor ruft. 

Dieses Pärchen erinnerte mich an Weihnachten bei Omimi im Ruhrpott, die immer allerhand Holzgedöns am Adventskranz, auf der Fensterbank und am Weihnachtsbaum zu platzieren wusste. Ich mochte diese vorweihnachtliche Stimmung als Kind immer sehr. Irgendwie war sie so geheimnisvoll und magisch und jeder Weihnachtsschmuck schien mich daran zu erinnern, dass es nicht mehr lange dauert, bis der Heilige Abend vor der Tür stand.

So und ähnlich sinnierte ich, als ich die beiden, völlig verstaubten Kerzenständer bei 27 Grad Außentemperatur in den Händen hielt und verliebte mich sofort. 
Der Händler sah wohl mein Funkeln in den Augen und verlangte eine gefühlte Unsumme für die schon in meiner Einkaufstasche gewähnten Holzfiguren. Ich stellte sie also zunächst wieder beiseite (alles Taktik!) und drehte mein obligatorisches Flohmarktründchen weiter. 
Wie es manchmal so ist: hat es Dich gepackt, lässt es nicht mehr los und so kam ich schlussendlich wieder beim Händler an und erstand die beiden Herrschaften nach langem Verhandlungsgeschick für einen doch moderaten - will sagen: schnappuiden - Preis, zumal der Kerzenhalter des Engels abgebrochen und nicht mehr auffindbar war. 

Zuhause habe ich die beiden handbemalten Figuren aus Massivholz vorsichtig gereinigt und in die Weihnachtskiste im Keller verfrachtet, wo ich sie just vor einigen Tagen beim Stöbern fand. Wollte ja wegen des Umzugs keine große Weihnachtsdeko mehr platzieren, aber die beiden mussten mit "in die gute Stube". Aus selbsthärtendem Ton habe ich die fehlende Halterung für die Kerze des Engels nachempfunden, lackiert und angeklebt. Ich finde, man sieht die kleine Schönheitsreparatur kaum und die beiden erstrahlen - pünktlich zum 1. Advent - in neuem Licht:


Schon beim Kauf der beiden fiel mir auf, dass der vermeintliche Zinnsoldat eigentlich ein Bergmann ist, trägt er doch Schlägel und Eisen auf seinem Hut. Die Kombination mit dem Engelchen fand ich so ungewöhnlich, dass ich in den Weiten des www. erst einmal recherchieren musste und auf Erstaunliches stieß:

Schon im 17. Jahrhundert - so las ich - hatte man besonders in Bergmannsregionen das Bedürfnis nach Licht und Wärme, vor allem, wenn man den lieben langen Tag "down under" arbeiten musste. 
Der Ausspruch "Glück auf" war und ist heute noch der Segenswunsch für den Bergmann, sicher und heil wieder ans Tageslicht zu kommen. 
So setzte man des Nachts dem arbeitenden Bergmann (s)eine Lichtfigur ins Fenster, damit dieser den Weg ins warme und helle Heim nach Arbeitsende schneller wieder finden möge. 
Im Laufe der Jahre kam noch eine zweite Lichtfigur - dieses Mal mit religiösem Hintergrund -  dazu, der Engel.  
So wurde aus den beiden ein quasi unzertrennliches Pärchen, das insbesondere in der Weihnachtszeit zum Segensgruß wird.

Besonders in der Holzkunst des Erzgebirges sind weiße Hose, schwarzer Kittel und Hut für das Bergmannslicht charakteristisch; für den Engel sind es das weiße Kleid, die lange Schürze und verzierte Flügel. 

Na, da bin ich als Ruhrpottmädchen doch bestens ausgestattet und kann so meinen Herzkönig gekonnt nach Hause "winken"....



Zugegeben, ein klein wenig streng schauen sie schon drein, aber die Arme dauergebeugt zu haben und zwei schwere Kerzen zu hiefen, ist auch kein Zuckerschlecken.




In diesem Sinne wünsche ich Dir "Glück auf" und einen gemütlichen 1. Advent!





Mittwoch, 29. November 2017

ADVENTure!

Ende November. Upsi! Zeit zum Adventskalender basteln! Last minute, quasi. Wie fast jedes Jahr, quasi! So unter Zeitdruck ein echt abenteurliches Unterfangen!

Wie Du vielleicht weißt, gehöre ich zu den wahnwitzigen Muttis, die sich jedes Jahr auf das Neue an die Arbeit eines selbst gebastelten Kalenders machen, obwohl man sich eigentlich gedanklich völlig damit anfreunden kann, für kleines Geld schnell und unkompliziert einen schokoladenbefüllten vom Adventskalendersonderpostenstand mitten im Supermarkt zu erhaschen. 
So wollte ich es mir in diesem Jahr WIRKLICH ganz einfach machen und einen Fertigkalender kaufen, haben wir doch in den nächsten Monaten einen Umzug zu wuppen. Von dem aktuellen Sanierungs-Chaos unseres neuen Zuhauses einmal ganz zu schweigen.

Nenn es naiv, ich nenne es kätzchenvernarrt, denn irgendwie konnte ich dem schnurrenden Wesen den Gefallen - schlussendlich wieder einmal - nicht ausschlagen...

Die Kreativ-Firma Folia hat mich wichtelweise dabei unterstützt und mir großartige Sachen zur Verfügung gestellt, mit denen das Fertigen eines wunderbaren Adventskalenders mit aha-oho-Effekt eigentlich ein Klacks ist. 

Aus dem Sortiment habe ich vom Folia-Wichtelbeauftragten nicht nur ein wunderbares 24er Papiertüten-all-in-Set für Kurzentschlossene erhalten, sondern on top noch hübsches "Füllmaterial" für die Tüten. 



Das Kätzchen bastelt ja gern und so werden die spiraligen Glitzerklebestifte, die 8er-Rubber-Loops und die kleine Washi-Tapes Auswahl mit Sicherheit eine tolle Überraschung.
Dazu gesellen sich weitere kleine 2 - 3 Euro Geschenke für den Kalender, die schnell im Drogeriemarkt, in günstigen "Schnuckel"-Shops und der Süßigkeitenecke des Lebensmittelladens gefunden waren: Schaumseife mit Lolliduft, Duschgel mit Herzchen, hipper Duschschaum in lila, Haargummis in der Lieblingsfarbe, ein Regenschirm-Lineal, Radiergummi, Bügelperlen, Kaktus-Stempel mit -Kissen, einen Wackel-Flamingo, Aqua-Beats, ein Postkasten für das Puppenhaus, ein Regenbogen-Patch zum Aufnähen, 4-gewinnt-to-go, Knete sowie ein wenig "Knabberzeugs", wie Chips, gefüllte Schoko-Schneebälle und bunte Mini-Marshmallows.

Nachdem ich die Katze also neulich morgens in die Schule gebracht hatte, habe ich den angrenzenden Wald zu einem ausgiebigen Spaziergang genutzt und wie eine märchenumwobene Reisig-Hexe altes Astwerk der Birke gesammelt.
Hieraus sollte mein Tannenbaum entstehen, der die 24 hübschen Geschenktütchen stilecht präsentiert. 


Ein Platz für das Bäumchen im Wohnzimmer war rasch gefunden und so habe ich 14 Äste mit einem Durchmesser von ca. 2-3 cm auf verschiedene Größen zugeschnitten, die gestapelt, einen Tannenbaum ergeben. 
Auch wenn Du auf dem Foto die Handsäge siehst, durfte  ich "in echt" die Tischkreissäge unserer Nachbarn verwenden und habe mir somit einige Schwielen gespart. 




Der größte und zuunterst platzierte Ast misst 100 cm. Die folgenden Äste wurden jeweils um 6-8 cm bis zur Baumspitze eingekürzt. Den Abstand der Äste habe ich auf ca. 10 cm gehalten. Pi mal Daumen. 
Dann habe ich mit dickerem Messingdraht eine stabile Aufhängeschlaufe gedreht, deren beiden Drahtenden von der Baumspitze aus jeweils links- und rechtsseitig herunter verlaufen. Angefangen mit dem kleinsten Ast, habe ich dessen Enden doppelt mit Draht umwickelt und mich nach 10 cm dem nächstgrößeren Ast gewidmet. Durch die doppelte Umwicklung hatte ich im Nachgang die Möglichkeit, die komplett miteinander verbundenen Äste noch einmal zu justieren, so dass ein erkennbares Bäumchen heraus kommt. (Auch der Abbau des Baumes kann später einfacher vonstatten gehen. Draht abwickeln, Stämme sortieren, verstauen, fertig.)

Nach der Anbringung an die Wand und dem Platzieren einer Mini-Lichterkette in türkis-grün-Tönen ging es ans Tütchenpacken. Wobei gesagt werden muss, dass Lichterkette und Tütchenmotive farblich perfekt zueinander passen. 

Die 4 Motivvarianten der Tüten zeigen zarte Schneeflocken- und Punktemuster, stilisierte Tannen und zauberhafte Streusternchen - alles ganz pastellfarben. Genau, wie ich es mag. Mhhh, zum Dahinschmelzen.



Zu meinen großen Leidenschaften zählt definitiv das Geschenkeeinpacken, die ich ja nun ob der etwas knappen Zeit nicht mehr ausleben kann und dank fertiger Tütchen auch nicht muss. (War schon immer ein Freund des just in time.) 

Dennoch musste ich jedem Geschenktütchen mit einer extra Portion Mini-Deko noch ein kleines i-Tüpfelchen verpassen.  (Das liegt quasi in meiner Natur und schafft beim just-in-time-Konzept noch ein wenig Nervenkitzel!) 
Wie gefällt Dir der englische Gardemann gefertigt aus einer alten Wäscheklammer? Und der Bügelperlenmond?





Einige meiner Kalenderkostbarkeiten fielen leider unter die Rubrik "Sperrgut" und passten nicht ohne weiteres in die Tütchen. Wenn diese allerdings vorsichtig aufgetrennt werden, können Geschenke wie Duschgel und 4-gewinnt-Spiel (mit etwas Tricksen) auch problemlos verpackt werden.










Sind alle Geschenke verpackt und mit Zahlenaufklebern und i-Tüpfelchen versehen, geht es mit türkisgrüner Schleife und gleichfarbigem Pin an das Bäumchen.






È voila, 24 Tütchen und einige geswirlte Zuckerstangen später: mein last minute Adventskalender:







Ich finde, er kann mit dem "echten" Weihnachtsbaum durchaus mithalten, selbst wenn am 24. Dezember alle Geschenktüten beherzt "gepflückt" wurden.



Anmerkung der Redaktion:
Hast Du eine Ahnung, wo des Kätzchens neuster Lieblingsplatz ist? Ganz genau: direkt unter dem Adventsbäumchen bei Kuschelfell und Kerze. Dort verharrt es und guckt sich genau aus, wo das Tütchen mit der No 1 hängt - denn bald geht es lohoooos....


Montag, 27. November 2017

Mein lieber Specht!

... dachte ich mir, als mein Grinsekätzchen vor Wochen mit der Hausaufgabe heim kam, wieder einmal einen Vortrag auszuarbeiten. (Der über den Koala war doch gefühlt erst vorgestern!)

Ihr Thema dieses Mal: Waldtiere - der Specht!

Nun gehört der Specht definitiv nicht zu unseren favorisierten Waldtieren. Uns würden Eichhörnchen, Füchse oder (Fasel-)Hasen weitaus mehr liegen, aber an der Themenwahl war leider nicht mehr zu rütteln. Oder sollte ich besser sagen: zu hämmern?




Nun ist so ein Vortrag einer Drittklässlerin ja nicht wirklich eine Kinder- sondern vielmehr eine Elternhausaufgabe. Zusammen wälzten wir also tagelang Tierbücher daheim, in der Schul-  und Stadtbibliothek und lasen uns im Internet weiteres Wissen zum Thema Specht an. 
Außerdem stromerten wir regelmäßig im Wald umher, um einen Specht in Aktion zu sichten, eine Spechtfeder zu finden oder auf sonstige Spechtspuren zu stoßen. Die Waldaktionen verlief bis auf einige die Kreativität fördernde Sauerstoffschübe bedauerlicherweise erfolglos! 

In großen Teilen vom Kätzchen handschriftlich, notierten wir alles, was den Specht so ausmacht, wobei wir uns bei knapp 200 Arten schlussendlich auf den Buntspecht konzentrierten. Der ist nämlich in unserer Berliner Vorstadt am häufigsten zu finden. Nur bei unseren Waldspaziergängen eben gerade NICHT. 




Dass der Buntspecht so viele erwähnenswerte und interessante Eigenschaften aufweist, dass wir wirklich wochenlang theoretisch und praktisch daran arbeiten würden, hätte ich nie gedacht.

Oder weißt Du etwa auf Anhieb, warum der Specht vom vielen Hämmern - immerhin bis zu 20 Mal in der Sekunde - keine Kopfschmerzen bekommt? Ich wusste es bis dato nicht (und wünschte mir prompt, auch meine Anatomie wäre derart beschaffen, dass mir dieses Phänomen ebenfalls zu eigen wäre.)




Der Specht aus Pappkarton in XXL - zum Anfassen quasi. Und zum Verinnerlichen, wie "das" eigentlich mit dem Schnabel und dem Hämmern funktioniert! Der Birkenast,  an dem unser Buntspecht gerade in Aktion tritt, gibt derweil einen kurzen Steckbrief preis.

Die sehnlichst erwünschte, echte Buntspechtfeder, die das Kätzchen gern zum Themenbereich Anatomie und Aussehen präsentieren wollte, schenkte uns eine liebe Waldfrau, die ihre vorrangig schamanischen Natur-Erfahrungen im Internet vorstellt und teilt. 
Der Specht zählt nämlich tatsächlich zu den schamanischen Krafttieren! Interessant, oder? Mit energetischer Feder im Vortragsgepäck kann jetzt nichts mehr schief gehen!




Rund um das Thema Fortpflanzung kann das Grinsekätzchen ihr Wissen mit Fotos der beachtlichen Nisthöhle eines Spechtes belegen. 
Der auf dem Flohmarkt erhaschte kleine 3D-Specht aus Gips darf während des Vortrags durch die Kinderhände wandern und dient als plastisches Anschauungsobjekt.



Den Herzkönig haben wir Mädchen genötigt, aus (den mageren) Waldfundstücken - einem dicken Ast und Zapfen - eine Futterstätte des Spechtes nachzuempfinden. Denn wusstest Du, dass der Specht Äste aushölt, seine Leckerchen dort "verklemmt", um diese rutsch- und kullerfrei genießen zu können? Ganz schön clever, oder?



Nach den Essgewohnheiten des Buntspechtes geht es über zu den Essgewohnheiten der kleinen Zuhörer: als Vortragsnachtisch werden kleine "Waldkreationen" in Form von Eicheln serviert. 




Das Kätzchen und ich haben sie am Vorabend des Vortrags aus Mini-Schokoküssen, holländischen Stroopwaffeln mit herrlichem Karamellgeschmack und einem Picker zubereitet. Selbstredend, dass zur Motivation erst einmal richtig genascht werden musste.


Der Vortrag war - mein heimliches Hoffen - mit all den hübschen Anschauungsobjekten ein Hit und das Kätzchen stolz und euphorisch; auch ein bisschen erleichtert, dass der nächste wohl hoffentlich ein bisschen auf sich warten lässt...

Mittwoch, 22. November 2017

Knusper, knusper, knäuschen...

... wer knuspert an meinem Häuschen? Dieses Zitat der bösen Hexe aus Hänsel und Gretel fällt einem wohl unweigerlich ein, wenn man sich diese kleinen Knusperhäuschen anschaut. Sind sie nicht zum Anknabbern schön?

Sie stammen frisch aus unserer Bastelwerkstatt vom Wochenende, in der es galt, unansehnlich ausschauende Streichholzschachteln in "tiny houses" zu verwandeln. 

Die tolle Tonpapier Sonderedition der Firma Folia inspirierte uns quasi zu den kleinen architektonischen Meisterwerken, die auch von Kinderhand rasch gemacht werden können.



Streichholzschachteln in verschiedenen Formaten, Bleistift, Kleber, (Wellen-)Schere und weitere Papierreste aus der Bastelkiste waren schnell beschafft und komplettisierten unser Handwerksutensil für dieses Projekt.




Für die nach Lebkuchen anmutenden Häuschen haben wir braunes Tonpapier verwendet, für das mit Schnee bedeckte Dach weißes. Bei Türen, Fenstern und sonstigen Ausstattungsmerkmalen sind der weiteren Farbwahl - 25 wunderbare Farben stehen in der Sonderedition zur Verfügung - keine Grenzen gesetzt und so entstehen ganz fix die kleinen "Naschwerke". 

Damit die Häuschen auch märchenhaft "süß" ausschauen, haben wir sie noch mit Zuckerstreuseln in Sternchenform beklebt. Diese haben wir mit Lebensmittelkleber verklebt, falls jemand in die Versuchung kommen sollte, hier naschen zu wollen... 
(Mini-Pompoms waren übrigens bei der Fassadenverkleidung auch ganz groß im Rennen! Aber Vorsicht: hier besser nicht naschen; schmecken pelzig!)

Befüllt werden die Schachteln mit allerhand Leckereien, die so ein süßes Hexenhaus gesetz Märchen hergeben: kleine Traubenzuckerperlen, selbst gebackene Lebkuchenmännchen und Vanillesternchen im Miniformat sowie Salzbrezeln. 








Damit die Süßigkeit besonders hübsch gebettet ist, haben wir sie in Seidenpapier eingeschlagen. Folia bietet hier eine wunderbare Auswahl an zarten Seidenpapieren. Für unsere Zwecke haben wir irisierende Seide in Pastellgrün verwendet. 
Für ganz Neugierige haben wir einige Türpforten geöffnet. So kann mit einem raschen Blick schon einmal gespinkst werden, welche Süßigkeit sich in welchem Häuschen verbirgt.




Die Häuschen eigenen sich wunderbar als adventliches Mitbringsel, Wichtelgeschenk oder im 24er-Pack als Adventskalender. 
Natürlich können sie auch mit anderen kleinen Überraschungen oder Liebesbotschaften befüllt werden und lassen nicht nur Kinderherzen höher schlagen...




Dienstag, 14. November 2017

Fellpflege

Jede Mutter eines kleinen Grinsekätzchens kennt wohl dieses leidige Problem: die Fellpflege!
Mein Grinsekätzchen - eine blonde Langhaar-Rasse - tut sich schwer mit der regelmäßigen Bürstung.
Die schon zeitig angeschaffte Spezialbürste mit Anti-Ziep-Effekt, diverse milde Schampoos und das Haarknötchen lösende "Zauberspray" (für schlappe 19,85€ / 250 ml im Fachhandel - und eigentlich nur für Mutti) zögern lediglich Grinsekätzchens Albtraum heraus: den längst anstehenden Friseurbesuch!

Ich erinnere mich lebhaft und oft an die ersten Friseurbesuche, bei denen mein Grinsekätzchen grimmig und tränenüberströhmt mit hasserfülltem Blick die Friseurin strafte (oder galt der Blick womöglich mir?) und sich nur widerwillig Millimeter ihres geliebten "Fells" schneiden ließ. Selbst eine kleines Leckerli seitens der Friseurin konnte mein Grinsekätzchen nicht über den Verlust besagter Millimeter hinweg trösten.

Um dem hier mehr als ungrinsenden Grinsekätzchen die Fellpflege etwas zu verschönern und ihm den lästigen Akt positiv zu besetzen (Gott, was Mütter sich zuweilen alles einfallen lassen!), habe ich ihm ein kleines Mini-Me als Haarspangen-Halter genäht. 

Mini-Me begrüßt das Grinsekätzchen jeden Morgen im Bad am Spiegel und erinnert mit einer unglaublichen Auswahl an bunten Spangen und Haargummis daran, dass die morgendliche Fellpflege wieder einmal ansteht.

Zum Friseur geht es übrigens nicht mehr, seit die hiesig ansässigen Salons komischerweise keinen freien Termin mehr finden, sobald die Katze und ich den Laden betreten. Also schneidet Mutti seit Neustem selbst...

Solltest auch Du Dich einmal an einem Haarspangen-Halter versuchen wollen, der nicht nur zum Eigenbedarf sondern auch zum Verschenken prima, ach, was sag ich: grandios ist, hier eine Kurzanleitung des Sewing-Of´s.

Du benötigst:

  • ein Stück Nessel- oder Baumwollstoff für das Gesicht
  • weiteren Baumwollstoff für Haare und Zöpfe
  • evtl. etwas Vlieseline 
  • Stickgarn in einer Augen- und Mundfarbe Deiner Wahl plus Sticknadel
  • ein hübsches Webband als Aufhängung
  • Schleifenband für die Zöpfchen
  • etwas Füllwatte
  • etwas Rouge-Puder für die Wangen plus Wattestäbchen
  • eine Nähmaschine und eine Nähnadel
  • einige Stecknadeln
  • Schere
  • Bügeleisen
  • allerlei herum fliegende Haarspangen




Zuerst schneidest Du aus dem (am besten cremefarbenen)  Nesselstoff einen Kreis für das Gesicht. In gleicher Größe schneidest Du aus einem weiteren Baumwollstoff für die  Haare - hier mein gelber Pünktchenstoff - einen ebenso großen Kreis für den Hinterkopf. 
Je nachdem, welche Pony-Frisur Dein Kopf bekommen soll, werden aus besagtem Stoff nun die Partien für das "Haupthaar" zugeschnitten, bei mir, wie Du siehst, ein Seitenscheitel. Solltest Du mit Vlieseline arbeiten, was nicht zwingend notwendig ist, der Frisur aber mehr "Volumen" verleiht, bügele vor dem Zuschneiden des Haupthaares etwas Vlieseline von links auf den Stoff.

Für die Zöpfe schneidest Du zwei lange Streifen zu, die im Zuschnitt doppelt so dick sein sollten, wie der Zopf, den Dein Mädchen tragen soll. Kleine Nahtzugabe nicht vergessen. 
Dann geht es ran an die Nähmaschine: die zugeschnittene Ponypartie wird nun mit einem hübschen, farblich passenden Zierstich auf das Gesicht genäht, wobei der Zierstich wunderbar einen Scheitel darstellen kann.



Danach legst Du die Streifen für die Zöpfe jeweils auf links und knickst sie einmal längs. Dann nähst Du sie an der offenen Längsseite so zusammen, dass die Naht am Ende abgerundet ausläuft. Hast Du beide Zöpfe genäht, wende sie mithilfe einen Bleistiftes vorsichtig auf rechts und bügele sie sanft glatt. Nimm evtl. etwas Sprühstärke zur Hilfe. 

Die fertigen Zöpfe werden nun mit dem Köpfchen vernäht, und das ist ein klitzeklein wenig tricky. Ich brauchte auch zwei Anläufe, bis ich verstanden hatte, wie die Zöpfe auf links liegen müssen, damit sie im umgekrempelten Zustand vom Gesicht des Mädchens herunter hängen. Puh. Gar nicht so einfach - für einen Laien wie mich. 
Lege hierfür zunächst die zugeschnittenen Kreise für Gesicht und Hinterkopf übereinander auf links. Die späteren Zöpfe müssen nun rechts und links in dieser "Gesichtshülle" verschwinden. Lediglich ihre offenen Enden dürfen zum Zusammennähen des Kopfes heraus lugen und zwar mit einem leichten Schrägwinkel von ca. 45 Grad nach oben. Fixiere die Zöpfe am besten mit jeweils einer Stecknadel. 
Das gleiche gilt für das Webband, das später als Aufhängung dient. Dieses oberhalb des Kopfes innenliegend leicht übereinander schlagen und mit einer Stecknadel fixieren. 
Dann geht es an das Zusammennähen des Kopfes. Starte und ende im Halsbereich und vergiss nicht, dort noch eine kleine Nahtöffnung für die Befüllung mit Füllwatte zu lassen. 
Hast Du den Kopf vorsichtig zusammengenäht, entferne nun die Stecknadeln und drehe das Köpfchen auf rechts. Wenn Du magst, kannst Du jetzt vorsichtig das Gesicht und die möglicherweise etwas verknitterten Zöpfe noch einmal mit dem Bügeleisen glätten.
Wenn das Gesicht mit Füllwatte befüllt ist, kann die Füllöffnung mit einigen Stichen per Hand geschlossen werden. 
Für das Gesicht nun Augen und Mund aufsticken. Damit das kleine Zopfmädchen nicht zu blass wirkt, habe ich ihr mit Rouge-Puder und Ohrenstäbchen noch etwas Wangenfarbe aufgehaucht. 



Fertig ist der kleine Spangenhalter, der jetzt lediglich noch mit den Lieblingsspangen bestückt werden muss.

Na Katze, Lust auf eine neue Frisur! 

Mittwoch, 8. November 2017

Auf den Hund gekommen

Pileas scheinen schon seit einiger Zeit die Trendpflanze schlechthin zu sein. Jedes mit Scandi-Touch eingerichtete Zimmer - sei es Wohn- oder Schlafzimmer, Küche oder Bad - hat einschlägigen Social-Media-Kanälen zufolge eine hübsch inszenierte Pileapflanze drapiert. 

Selbstverständlich steht auch an meinem Kreativplatz eine Pilea. Ich gehe schließlich mit dem Trend! Letztes Jahr habe ich sie erworben, zart und klein. Mittlerweile ist sie zur Mutterpflanze avanciert und trägt zahlreiche Ableger. Nachdem diese nun genug mütterliche Zuneigung genossen haben, ist es Zeit für sie, Mama adieu zu sagen und ihren eigenen Weg zu gehen. Ich habe mich also mit frischer Pflanzerde ausgerüstet daran gemacht, die lieben Kleinen vorsichtig von Mama zu entwöhnen. 

Selbstverständlich wollte auch das Grinsekätzchen nicht leer ausgehen und fragte mich nach einem Ableger für seine Fensterbank. Nun wollte ich ihm keinen schnöden weißen Blumentopf ins Zimmer stellen und kam auf eine Idee.




Ein längst ausrangierter Blumentopf mit Standfuß aus der nicht mehr beachteten Sammlung der hintersten Ecke bekam mit zwei Paint Markern in schwarz und rosé schnell ein niedliches Hunde-Gesicht verpasst (obwohl es eigentlich ein Hase werden sollte); incl. schwarz-weißem Ringelkragen, denn der ist Trend in dieser Saison. 





Mit Pilea bestückt hat sich das Hündchen direkt auf der breiten Fensterbank des Kinderzimmers gemütlich gemacht und freut sich auf jeden Lese- und Kuschelbesuch von der Katze. Denn jetzt zum Anfang der Winterzeit fühlt auch sie sich hier am aller wohlsten - am liebsten mit einer heißen Milch und ihrer Lieblingslektüre, "die Schule der magischen Tiere". Passt doch, oder? 




Man sagt ja, Katz und Hund vertragen sich nicht. In dem Falle würde ich allerdings glatt das Gegenteil behaupten....