Montag, 20. Juni 2016

Butterbrot-Wolke

"Matsch nicht mit Lebensmitteln rum!", höre ich meine Mutter aus vergangenen Tagen mahnen. ("Ach menno, macht aber so´n Spaß!" höre ich mich flüsternd entgegnen.) Nun ja, diese mütterliche Mahnung stets im Gewissen (und zuweilen auch selbst praktizierend), habe ich heute mal eine Ausnahme gemacht.  Also bei mir jetzt. Schließlich gilt es, Grinsekätzchens Laune an einem verregneten Montagmorgen etwas aufzuheitern.

Als kleine Pausenüberraschung für die Schule habe ich ihm daher das Lieblings-Leberwurst-Toast einmal etwas anders serviert:


Um das Toast in Form zu bringen, habe ich eine Wolkenform aus einer stabilen Aluschale (kennt jeder Griller!) gefertigt. Wer sich traut, kann natürlich auch aus freier Hand schneiden!
Der Zuschnitt des Apfels mit dem Pittermesser war zeitaufwendiger, als es vielleicht aussieht. Damit der "Regenschirm" keine (Stock-)Flecken bekommt, habe ich ihn kurz in Zitronenwasser eingelegt. Den Griff habe ich aus einem Knickstrohhalm gefertigt. Er kann also noch bei der Schulmilch Verwendung finden.
Die Regentropfen sind Grinsekätzchens liebste Traubenzuckerdrops und eine süße Erdbeere darf heute auch mit in die (selbst bestempelte) Brottüte.

Wenn Du allerdings denkst, ich bin hierfür schon um 4:30 Uhr aufgestanden - dann irrst Du! Alles fleißige Vorabendarbeit...
Und wenn Du weiterhin denkst, so einen Schnibbelpausenbrotirrsinn gibt es jeden Tag bei uns, kann ich Entwarnung geben. Heute war eine absolute Ausnahme. Ehrlich!

Freitag, 17. Juni 2016

Altbaubadezimmer

Altbaubadezimmer haben es ja bekanntlich in sich. Als wir vor Jahren unsere Besichtigungstour in unserer zauberhaften Berliner Vorstadt-Villa hatten, waren wir von nahezu jedem der Räume begeistert -- bis wir zum Schluss durch eine kleine Zimmertür (alle anderen sind doppel-, ja dreiflügelig) in ein winzigkleines Bad traten, von dem wir dachten, es sei die Abstellkammer.
Bedauerlicherweise  war es das Bad und das einzige dazu; ein Gäste-WC gibt es leider nicht! Auf knapp 6 qm beherbergt es zwar Dusche und Badewanne, aber vielleicht gerade deswegen ist es ganz schön beengt.  Aber, was sag ich, ich sollte froh sein, dass das Bad nicht als Gemeinschaftsstätte außerhalb der Wohnung im Hausflur platziert ist!

Wand und Boden sind mit rechteckigen, leicht marmorierten Fliesen ausgelegt, die an der Wand von einer Rautenborde in Terrakotta-beige durchbrochen werden. Uff! (#notmystyle)
Das obere Drittel ist mit einem naturfarbenen Feuchtraum-Rauhputz versehen. (#notmystyleatall) Die Grundaustattung würde ich daher eher als funktional bezeichnen. 
Ein großes Fenster mit Oberlicht, Duschkabinenwand und Wandheizung machen die Schaffung von Stauraum schwer.
Der Unterschrank mit integriertem Waschbecken schafft zwar etwas Platz, aber längst nicht genug für sämtliches Badezimmerutensil dreier Personen. Zudem ist der Unterschrank aus Buche und leider nicht auswechselbar - da feste Kombination mit Waschbecken. Mietwohnung eben.

Hier war also etwas Erfindergeist gefragt bei der Einrichtung des Badezimmers. Wichtig war mir eine gewisse Gemütlichkeit bei so viel Fliesen und Rauhputz, denn wir alle drei lieben genüssliche Wannenbäder - am liebsten mit Kerzenschein, Knabberei und Kaltgetränk.
Kerzenschein gibt es bei uns auch zur Abenddämmerung im Bad, 
das schafft noch mehr Wohlgefühl
In einem kleinen Bad darf es nicht zu kleinteilig werden. Ich mag Bäder nicht, in denen jedes kleine Fläschchen, Döschen, Deo, etc. herum steht und zustaubt. 

Die aller erste Überlegung war also, wie kann man hübschen Stauraum in dieses Badezimmer bringen, ohne es zu überladen und mit wuchtigen Schrankelementen weiter zuzubauen. So habe ich mich für kleine, offene Regalelemente, eine schöne Truhe, Hutschachteln und passende Aufbewahrungsboxen entschieden.
Eine kleine Abhilfe schaffen bei uns zum Beispiel zwei Brotdosen. Zweckentfremdet. Aus weiß lackiertem Metall mit Holzdeckel  und ziemlich geräumig dienen sie Herzkönig und mir als  Aufbewahrung für das tägliche Kleinutensil. Sie schaffen ein ruhiges Ambiente, sind schlicht, aber formschön.

Meine zweckentfremdete Brotdose beherbert Allerlei, um Hände und Füße hübsch und gepflegt zu halten (also gefühlte 50 Flaschen Nagellack)

Das Regal über der Badewanne beherbergt neben der vielgelobten  Brotdose eine tolle 60er Jahre Vase mit ein wenig gepflanztem (pflegeleichtem) Grün darin und einen antiken kleinen Drehspiegel vom Flohmarkt. 
Meine Seifensammlung in einer alten Bonbonniere mag ich besonders gern. Sie beherbergt Seifenstücke in Rot- und Grüntönen und nimmt so das Farbkonzept des übrigen Bades hübsch auf. Zudem verströmt sie einen zarten Duft... Übernachtungsgäste dürfen hier nach Lust und Laune zugreifen!
Alles griffbereit für ein gemütliches Wannenbad: Badezusätze, Naturschwamm, Blümchen und Kerzenschein. Genuss pur!
In der Badewanne lässt sich nun dem Grinsekätzchen dank des neuen Schaubildes das menschliche  Skelett nahezu perfekt erklären. (Ahh, da also hat Omimi die künstliche Hüfte sitzen! Und dort hatte Papa sich mal den Fuß angeknackst!) Und man lernt selbst noch dazu, vorausgesetzt, man ist der lateinischen Sprache mächtig.
Eigentlich ein Kerzenständer, jetzt eine Blumenampel:
in kupfer erstrahlt die kleine Sukkulente im Bad hervorragend
Segel-Glück
Das Grinsekätzchen hat ein tolles Dekostück für das Bad gebastelt. Aus kleinen Fundstücken aus dem Wald hat es ein "Segelfloß" gebaut, das man sogar zu Wasser lassen kann. Ganz in der nähe hängt ein Bastkorb, der das Badewannenspielutensil hübsch aufbewahrt.

Die Fensterbank ist eine der wenigen Ablageflächen im Bad. Um etwas mehr Stauraum zu schaffen, habe ich dort eine alte, dreigliedrige Etagere platziert. In ihr befinden sich die Gästehandtücher, ein italienisches Duftstück und ein zartbuntes 2nd-Hand-Täschchen im Gobelin-Stil. Ich habe es auf dem Flohmarkt einer Schülerin abgekauft, deren wohl recht aufwendige Projektarbeit es war. Ich habe es ihr gut entlohnt! Innen ist das Täschchen hübsch gefüttert und beherbergt Handcremes; verschlossen wird es mit Knopf und Troddel. Eines meiner Lieblingsstücke im Bad!

Am bereits vorhandenen, eingebauten Waschbeckenunterschrank haben wir die beiden Schranktüren abgenommen und haben jetzt zwei offene Regalfächer. Dies nimmt die Wucht des doch recht präsenten Schrankes und sieht im kleinen Bad viel geräumiger aus. Zudem verschafft es einen schnellen Zugriff auf hübsche Handtücher, die ich in Bordeauxrot (passend zur Rautenborde) und Pistaziengrün gewählt habe. Bastkörbe mit versteckten Hygieneartikeln geben nun ein schönes Gesamtbild auf den Waschbereich. 

Auch wenn es recht geräumig aussieht, das Foto musste ich aus der Dusche
heraus schießen, damit eine Gesamtansicht möglich ist
Als Spiegel haben wir uns einen weißen Barockspiegel ausgesucht, der auf einem schmalen, weißen Regal aufsitzt und sich zur Seite schieben lässt. Hier hinter ist unser Zahnputzzeug, Herzkönigs Rasierutensilien, Deo, Cremes, etc. verstaut.
Das Grinsekätzchen hat Unmengen von Haarspangen, die ich nicht einfach in einer Dose aufbewahren wollte. Wo auch in diesem winzigen Bad? Daher habe ich ihm ein blondes "Mini-me" genäht, das an seinen langen Zöpfen zahlreiche von Grinsekätzchens Lieblingsspangen sicher und griffbereit aufbewahrt. So fällt die Wahl schnell und leicht beim morgentlichen Kämmen seines güldenen "Fells" vor dem Spiegel.

Eines meiner must haves im Badezimmer: frische Schnittblumen
So ist aus dem etwas ungeliebten Bad eine schöne Wohlfühl-Oase geworden, die nicht nur wir, sondern auch unsere Gäste sehr mögen. 

Was ich gelernt habe: auf neuen Wohnraum muss man sich einlassen, ihn "erfühlen" (nein, ich bin keine Esoterikerin!) und dann mit hübschen Dingen, die zur Architektur des Raumes und der Wohnung passen, füllen. Aus einer recht modernen Wohnung im Ruhrgebiet kommend, war es daher eine ganz schöne Herausforderung, sich auf einen Altbau mit all seinen kleinen Tücken einzulassen. Zum Glück sind die Vorzüge aber so phänomenal und das Wohngefühl so einzigartig, dass wir uns gern auch mit nicht optimal geschnittenem Wohnraum wie dem Bad mehr als angefreundet haben. 
Moment, muss jetzt Schluss machen, sonst läuft das Badewasser über....


Montag, 13. Juni 2016

VerKORKstes Board

Memo-Boards und Pinnwände kann man ja als Mädchen prinzipiell nie genug haben. Sie bieten einen hübschen Platz für eine Postkarte der besten Freundin, die Lieblingskette, klitzekleine Fundstücke, einen verloren Knopf oder die Eintrittskarten aus dem Theater vom letzten Wochenende. 

Da Kork im Moment ein absolutes Revival feiert, habe ich bei meiner Bastelidee zur guten, alten Kork-Pinnwand gegriffen, die ich für einen kleinen Obolus auf dem Flohmarkt erstanden habe. Es gibt sie allerdings auch günstig in allen Größen und Formen im Handel zu kaufen. Meine Pinnwand soll die kleine Diele meines Heimat-Refugiums aufhübschen, weswegen ich ein schmales Längsformat gewählt habe. 
Da geometrische Formen und Pastellfarben ebenso gerade total en vogue sind, habe ich mir überlegt, die Pinnwand in Dreiecke zu unterteilen (die passen herrlich zur Tapete), von denen ich einige in Pastelltönen ausgemalt habe. Das ist schnell gemacht, denn mit Bleistift und Lineal lassen sich rasch die Dreiecke einteilen bzw. -zeichnen. Natürlich machen sich auch andere Motive gut; am besten Du greifst eins auf, dass es schon im Raum gibt: eine Wolke, Kreise, Rauten, Tropfen oder andere geometrische Formen.

Jetzt sind ein feiner Pinsel und eine ruhige Hand gefragt. Zum Ausmalen kannst Du Acrylfarben verwenden. Magst Du es auch gern pastellfarben, mische Deine Lieblingsfarbe so lange mit weiß auf, bis der gewünschte Farbton erreicht ist. Ich hatte zufällig Bastelfarbe in Pastelltönen erwischt. Abmischen gespart.
Da meine Pinnwand farblich zur Tapete passen soll, mit der ich in der Diele den Kaminvorsprung tapeziert habe, habe ich mich für grün, blau, gelb und weiß entschieden.
Die Dreiecke werden vorsichtig ausgemalt und am besten über Nacht getrocknet.
Danach platzierst Du die Pinnwand mit Häkchen an der Wand und bestückst sie mit farblich passenden Pinns. Und dann nichts wie ran mit den hübschen Erinnerungsstücken und Kostbarkeiten...







Ein Eyecatcher passend zur Tapete


Montag, 6. Juni 2016

Balkon-Lust

Heute möchte ich Dir meinen kleinen Balkon vorstellen. Unsere Oase. Wenn der Weg in den Garten einfach mal zu weit ist.
Er misst ca. 2,50 x 3,50 m und hat somit eine tolle Größe für allerlei Mußestunden von uns Dreien. Ungewöhnlicherweise geht er direkt vom Schlafzimmer ab, was im Frühjahr/Sommer am Wochenende aber fantastisch ist, da man vom Bett direkt an den Frühstückstisch draußen "fallen" kann. (Vorausgesetzt, jemand hat ihn für Dich gedeckt. Ansonsten ist der Umweg in die Küche umso größer.) Ebenso toll auch abends nach dem Weinchen; der Weg zum Bett ist überschaubar und schnell und birgt kaum Gefahren.

Der Balkon ist mit einem Holzgelände, -dach und zahlreichen, wundervollen Holzverzierungen versehen. Ausgerichtet ist er gen Südwesten. Manchmal fühle ich mich an die Seebäder Rügens oder Usedoms erinnert mit ihren prächtigen Balkonbauten, die aus jedem Haus ein Schmuckstück machen. So auch bei uns.



Die Außenansicht im Detail - zauberhaft, oder?
Weil im Garten so viele Projekte anstanden, haben wir den Balkon und dessen wohlige Morgen- und Abendstunden darauf etwas vernachlässigt. Heute habe ich mir aber die Zeit genommen, ihn wieder ein wenig auf Vordermann zu bringen, habe ihn gesäubert, spinnennetzbefreit und hübsch dekoriert. Zuletzt mit Kaffee und Kuchen - denn nach getaner Arbeit muss auch das sein. Mhhhhh. Fast hätte ich vergessen, wie herrlich es hier ist...


Die Stühle sind 2nd-Hand, die Kissen z.T. selbst genäht, der Tisch vom Sperrmüll - 
abgeschliffen und frisch lackiert in Südseeblau

Ein alter Kronleuchter schafft Gemütlichkeit an kälteren Abenden. Eine selbstgemachte Kastanienkette und drei Pompoms kommen einfach nicht los von ihm.
Die Pompoms sind aus Plastiktüte gemacht und ein großartiges Upcycle-Projekt für draußen, weil wetterfest
Auf  die Reinemacherin warten als Belohnung Milchkaffee und Kuchen- und herrlichster Sonnenschein mit leichtem Vogelgezwitscher

Ein Küsschen in Ehren ist auch unter der Tasse zu finden
Die Rose aus dem Garten duftet  unglaublich und macht sich in dem neuen 
Flohmarktfundstück bestens


Riech mal!
Der Kuchen trägt drei kleine Mini-Windräder, die sich bei leichtem Wind herrlich drehen
In kleinen Beeten auf dem Balkon findet man mitunter Wunschsteine. Also ich hätte gern....
Der Zaunkönig gehört zu Grinsekätzchens Entourage

Neben Kerzenschein ist auch elektrisches Licht möglich:
kleine Vögel im Nostalgie-Käfig leuchten abends um die Wette und tauchen
den Balkon in geheimnisvolles, türkisblaues Licht




Samstag, 4. Juni 2016

Die kleinen Dinge des Lebens...

... sind oft die, die einen am Glücklichsten machen. Heute ist es definitiv das traumhafte Wetter und ein bunter Blumenstrauß in einer ausgehölten Ananas "serviert", der unseren Garten-(Frühstücks-)Tisch erfreut! 



Freitag, 3. Juni 2016

Ziege trifft Linsen und Birnen

Nein, die Überschrift ist kein Anfang eines blöden Witzes, sondern einer meiner derzeitigen frühlingsfrischen Lieblingssalate.

Für die Zubereitung dieses Frische-Knallers brauchst Du für 3-4 Personen (ich schaffe den allerdings auch ALLEINE. Fast!):

250 g feine Linsen (z.B. Puy- Beluga-, Alb- oder Pardina-Linsen)
1 1/2 TL Bio-Gemüsebrühe, instant
ca. 6 EL gutes Olivenöl
ca. 3 1/2  EL Essig (ich liebe Condimento Italiano Bianco)
3 EL Sesam
1 große, reife Bio-Birne
Saft einer Bio-Zitrone
ca. 150 g Kirschtomaten
ca. 120 g Ziegenweichkäse-Taler (mein Favorit ist die milde Version)
Meersalz
Pfeffer aus der Mühle
1 TL Honig
Schnittlauch

Linsen verlesen, waschen und mit ausreichend Wasser und Gemüsebrühe aufkochen. Je nach Linsenart ggfs. Einweichzeiten beachten. Kochzeit insgesamt beträgt ca. 20 Minuten. Erst kurz vor Ende der Garzeit salzen.
Linsen abgießen, abtropfen und leicht abkühlen lassen. Dann mit 2 EL Olivenöl und 2 EL Essig vermengen und auskühlen lassen. (Wenn die Linsen noch zu warm sind, läufst Du Gefahr, dass der Ziegenkäse sich beim Untermengen auflöst.)
In der Zwischenzeit die Sesamsaat in einer Pfanne goldig anrösten. Vorsicht. Sesam verbrennt sehr schnell!
Birnen waschen, ggfs. schälen (ich mag´s gern mit Schale), halbieren, entkernen und in Spalten schneiden. Mit Zitronensaft beträufeln und kurz schwenken. Kirschtomaten waschen und halbieren, Ziegenkäse in kleine Flocken zupfen. Für das Rezeptfoto habe ich den Ziegenkäse allerdings in Talerform geschnitten.
3 weitere EL Olivenöl, 1 1/2 EL Essig, Zitronensaft, Salz, Pfeffer und einen EL Honig zu einer Vinaigrette vermengen. Schnittlauch nach Geschmack hinzufügen.
Linsen, Birnen, Tomaten und Sesam vermengen, indem Du die Salatschüssel vorsichtig schwenkst. Zum Schluss die Ziegenkäseflöckchen mitschwenken lassen und die Vinaigrette hinzufügen.
Besonders schön angerichtet sieht der Salat aus, wenn Du ihn auf Roma-Salat- oder Chicoréeblättern servierst.
Der Salat eignet sich besonders gut zu Geflügelfleisch wie auch Lamm. Mhhhhh.



Mittwoch, 1. Juni 2016

Fledermaus gesichtet

Dass Brandenburg seit einigen Jahren wieder Wolfsrudel beheimatet und ihr Bestand erfolgreich geschützt und vermehrt werden konnte, ist ja hinlänglich bekannt. Aber dass nun auch das seltene Exemplar einer fast ausgestorbenen Fledermausart hier nun wieder sein Zuhause gefunden hat, ist ein absolutes Phänomen.

In unserem Garten, unweit von Grinsekätzchens kleinem Refugium, haben wir sie zuerst entdeckt. Im Fachjargon ist sie besser bekannt als Microchiroptera Purpura - die violette Fledermaus. Du kennst sie nicht? Dann wird es aber Zeit!

Schüchtern, fast unscheinbar hängt sie zuweilen schlaftrunken in einem Baum und lässt sich von wildem Kindergetobe nicht aus der Ruhe bringen. Aus der Nähe betrachtet erst sieht man, um was für ein fantastisches Exemplar dieser seltenen Art es sich handelt. 
Sie besitzt ein dichtes, wollweiches Fell in Flieder- und Brombeerfarben, hat eine dicke Stubsnase, zwei kleine Fledermauszähnchen und ein wirklich freundliches Gesicht. Vorbei also die Zeiten, als insbesondere kleine Kinder sich vor ihrer Spezies fürchteten.
Ihre Flügel trägt sie bei Schlechtwetter eingeschlagen (das wärmt wohl) und bei schönem Wetter offen (vermutlich zum Auslüften) - stets natürlich über Kopf. Selbstredend. 
Wir haben sie allerdings auch schon sitzend beobachten können und selbst liegend (im Salbeibeet) ist sie uns schon begegnet.
Mit ihren kleinen Schlaufenbeinchen findet sie nahezu an jedem Ast oder Vorsprung Halt und wehrt sich keinesfalls, nimmt man sie von ihrer (Ab-)Hänge-Stelle, um sie zu kuscheln. 
Wirklich wahr: sie ist so zahm, dass sie nichts lieber mag als Schmusen. Deswegen darf sie auch ab und an mal rein, in die gute Stube. Dort hängt sie am liebsten am Hochbett und schnarcht mit Grinsekätzchen um die Wette, aber nur so lange, bis es noch nicht stockduster ist. Denn dann geht sie auf Beutefang...