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Mittwoch, 29. November 2017

ADVENTure!

- Dieser Beitrag enthält Werbung für Folia - 


Ende November. Upsi! Zeit zum Adventskalender basteln! Last minute, quasi. Wie fast jedes Jahr, quasi! So unter Zeitdruck ein echt abenteurliches Unterfangen!

Wie Du vielleicht weißt, gehöre ich zu den wahnwitzigen Muttis, die sich jedes Jahr auf das Neue an die Arbeit eines selbst gebastelten Kalenders machen, obwohl man sich eigentlich gedanklich völlig damit anfreunden kann, für kleines Geld schnell und unkompliziert einen schokoladenbefüllten vom Adventskalendersonderpostenstand mitten im Supermarkt zu erhaschen. 
So wollte ich es mir in diesem Jahr WIRKLICH ganz einfach machen und einen Fertigkalender kaufen, haben wir doch in den nächsten Monaten einen Umzug zu wuppen. Von dem aktuellen Sanierungs-Chaos unseres neuen Zuhauses einmal ganz zu schweigen.

Nenn es naiv, ich nenne es kätzchenvernarrt, denn irgendwie konnte ich dem schnurrenden Wesen den Gefallen - schlussendlich wieder einmal - nicht ausschlagen...

Die Kreativ-Firma Folia hat mich wichtelweise dabei unterstützt und mir großartige Sachen zur Verfügung gestellt, mit denen das Fertigen eines wunderbaren Adventskalenders mit aha-oho-Effekt eigentlich ein Klacks ist. 

Aus dem Sortiment habe ich vom Folia-Wichtelbeauftragten nicht nur ein wunderbares 24er Papiertüten-all-in-Set für Kurzentschlossene erhalten, sondern on top noch hübsches "Füllmaterial" für die Tüten. 



Das Kätzchen bastelt ja gern und so werden die spiraligen Glitzerklebestifte, die 8er-Rubber-Loops und die kleine Washi-Tapes Auswahl mit Sicherheit eine tolle Überraschung.
Dazu gesellen sich weitere kleine 2 - 3 Euro Geschenke für den Kalender, die schnell im Drogeriemarkt, in günstigen "Schnuckel"-Shops und der Süßigkeitenecke des Lebensmittelladens gefunden waren: Schaumseife mit Lolliduft, Duschgel mit Herzchen, hipper Duschschaum in lila, Haargummis in der Lieblingsfarbe, ein Regenschirm-Lineal, Radiergummi, Bügelperlen, Kaktus-Stempel mit -Kissen, einen Wackel-Flamingo, Aqua-Beats, ein Postkasten für das Puppenhaus, ein Regenbogen-Patch zum Aufnähen, 4-gewinnt-to-go, Knete sowie ein wenig "Knabberzeugs", wie Chips, gefüllte Schoko-Schneebälle und bunte Mini-Marshmallows.

Nachdem ich die Katze also neulich morgens in die Schule gebracht hatte, habe ich den angrenzenden Wald zu einem ausgiebigen Spaziergang genutzt und wie eine märchenumwobene Reisig-Hexe altes Astwerk der Birke gesammelt.
Hieraus sollte mein Tannenbaum entstehen, der die 24 hübschen Geschenktütchen stilecht präsentiert. 


Ein Platz für das Bäumchen im Wohnzimmer war rasch gefunden und so habe ich 14 Äste mit einem Durchmesser von ca. 2-3 cm auf verschiedene Größen zugeschnitten, die gestapelt, einen Tannenbaum ergeben. 
Auch wenn Du auf dem Foto die Handsäge siehst, durfte  ich "in echt" die Tischkreissäge unserer Nachbarn verwenden und habe mir somit einige Schwielen gespart. 




Der größte und zuunterst platzierte Ast misst 100 cm. Die folgenden Äste wurden jeweils um 6-8 cm bis zur Baumspitze eingekürzt. Den Abstand der Äste habe ich auf ca. 10 cm gehalten. Pi mal Daumen. 
Dann habe ich mit dickerem Messingdraht eine stabile Aufhängeschlaufe gedreht, deren beiden Drahtenden von der Baumspitze aus jeweils links- und rechtsseitig herunter verlaufen. Angefangen mit dem kleinsten Ast, habe ich dessen Enden doppelt mit Draht umwickelt und mich nach 10 cm dem nächstgrößeren Ast gewidmet. Durch die doppelte Umwicklung hatte ich im Nachgang die Möglichkeit, die komplett miteinander verbundenen Äste noch einmal zu justieren, so dass ein erkennbares Bäumchen heraus kommt. (Auch der Abbau des Baumes kann später einfacher vonstatten gehen. Draht abwickeln, Stämme sortieren, verstauen, fertig.)

Nach der Anbringung an die Wand und dem Platzieren einer Mini-Lichterkette in türkis-grün-Tönen ging es ans Tütchenpacken. Wobei gesagt werden muss, dass Lichterkette und Tütchenmotive farblich perfekt zueinander passen. 

Die 4 Motivvarianten der Tüten zeigen zarte Schneeflocken- und Punktemuster, stilisierte Tannen und zauberhafte Streusternchen - alles ganz pastellfarben. Genau, wie ich es mag. Mhhh, zum Dahinschmelzen.



Zu meinen großen Leidenschaften zählt definitiv das Geschenkeeinpacken, die ich ja nun ob der etwas knappen Zeit nicht mehr ausleben kann und dank fertiger Tütchen auch nicht muss. (War schon immer ein Freund des just in time.) 

Dennoch musste ich jedem Geschenktütchen mit einer extra Portion Mini-Deko noch ein kleines i-Tüpfelchen verpassen.  (Das liegt quasi in meiner Natur und schafft beim just-in-time-Konzept noch ein wenig Nervenkitzel!) 
Wie gefällt Dir der englische Gardemann gefertigt aus einer alten Wäscheklammer? Und der Bügelperlenmond?





Einige meiner Kalenderkostbarkeiten fielen leider unter die Rubrik "Sperrgut" und passten nicht ohne weiteres in die Tütchen. Wenn diese allerdings vorsichtig aufgetrennt werden, können Geschenke wie Duschgel und 4-gewinnt-Spiel (mit etwas Tricksen) auch problemlos verpackt werden.










Sind alle Geschenke verpackt und mit Zahlenaufklebern und i-Tüpfelchen versehen, geht es mit türkisgrüner Schleife und gleichfarbigem Pin an das Bäumchen.






È voila, 24 Tütchen und einige geswirlte Zuckerstangen später: mein last minute Adventskalender:







Ich finde, er kann mit dem "echten" Weihnachtsbaum durchaus mithalten, selbst wenn am 24. Dezember alle Geschenktüten beherzt "gepflückt" wurden.



Anmerkung der Redaktion:
Hast Du eine Ahnung, wo des Kätzchens neuster Lieblingsplatz ist? Ganz genau: direkt unter dem Adventsbäumchen bei Kuschelfell und Kerze. Dort verharrt es und guckt sich genau aus, wo das Tütchen mit der No 1 hängt - denn bald geht es lohoooos....


Sonntag, 18. Dezember 2016

Schoko-Wimpel

Wimpelketten haben nicht nur längst Einzug ins Kinderzimmer gehalten, sondern scheinen sich derzeit in allen nur erdenklichen Räumen und Ecken auszubreiten. Dank ihrer einfachen Haltung scheint der schier endosen Vermehrung jedweder Couleur keine Grenzen gesetzt. Schaut man sich um, hat man - schwups - im winterlichen Gartenhäuschen eine, über dem Geburtstagstisch, am Vorweihnachtsbuffet, am Etagenbett sowieso, an der Küchenwand...

... und jetzt auch auf dem Teller! 



Sie sieht aber auch fein aus, oder? Und das schöne ist, die kleinen Appetithäppchen aus Brownie-Teig mit selbst gemachten Fondant-Buchstaben sind mit einem Happs vernascht. 

Nehme ich nun zuerst das Stück mit dem Fondant-Sternchen,

oder traue ich mich an einen Buchstaben?

Wenn Dir nicht nur meine weihnachtliche Präsentation der kleinen Leckerbissen gefällt, sondern Du auch - wie ich - in Brownies vernarrt sein solltest, hier mein saftig-süßes Rezept mit Zucchini als Geheimwaffe:

200 g Zucker (gern auch braunen)
280 g Mehl
1/2 TL Backpulver
50 g guten Backkakao
200 g Butter
180 g Zartbitter-Schokolade
2 Eier
120 g Joghurt, natur
2 TL Natron
500 g Zucchini

Zuerst die gesäuberte(n) Zucchini auf einer Reibe fein reiben und in einem Sieb gut abtropfen lassen.
In einer Schüssel Joghurt mit dem Natron vermengen und ca. 10 Minuten quellen lassen.
Butter und Schokolade über dem Wasserbad schmelzen. Zucker und Eier mit dem Mixer schaumig rühren. Geschmolzene Butter-Schokoladen-Mischung hinzufügen. Dann gesiebtes Mehl mit Backpulver und Backkakao untermengen. Zum Schluss den mit Natron versehenen Joghurt beimischen.
Die leicht ausgedrückte, geriebene Zucchini untermengen und in einer eingefetteten, flachen (Auflauf-)Form im vorgeheizten Backofen bei ca. 170 Grad (Ober-/Unterhitze) für 30 Minuten backen.  

Nach dem Auskühlen "in Form" schneiden ggfs. auf einen Dekozwirn aufziehen und nach Geschmack mit Zuckerschrift oder Fondant versehen. Himmlisch hierzu schmeckt Vanilleeis sowie eine Schokoladen-Ganache als Überzug. 

Mir läuft gerade das Wasser im Mund zusammen; ich nehme doch ein Stück mit Buchstabe darauf. In dem Sinne: I wish you a "...HITE CHRISTMAS"!

Montag, 7. November 2016

Weckmann vs. Martinshörnchen

Welchen Kulturschock ich hier in der Berliner Vorstadt alljährlich zu Karneval erleide, habe ich Dir ja bereits erzählt. Welcher mich aber anfänglich zu Sankt Martin ereilte, noch nicht.

Zunächst möchte ich anerkennend festhalten, dass Sankt Martin es war, der mich in Kindertagen von meiner Schnuller-Sucht befreit hat. (Verschweigen möchte ich hier, wie lange ich überhaupt einen Schnuller zum Einschlafen brauchte: es war seeehr lang.) 
Meine Oma sagte mir damals, einen Abend vor Sankt Martin, ich würde wohl keinen Weckmann bekommen, wenn Sankt Martin sehen würde, dass ich immer noch ein Schnuller-Kind sei. Mal abgesehen von all den anderen Kindern, die wohl sofort bemerken würden, dass ich aufgrund meines Schnullers keinen Weckmann bekäme. 
Die Häme der Kinder vor Augen, musste ich in der Nacht vor Sankt Martin ohne meinen geliebten Schnuller einschlafen, nur um ihnen und dem werten Herrn im roten Umhang zu beweisen, dass ich eines frischen Weckmanns würdig sei. Notgedrungen schaffte ich die Nacht ohne Schnuller und trat am Folgeabend nach dem Laternenumzug stolz an den erhabenen Reiter heran, um mir meinen hart verdienten Weckmann abzuholen. Es war wohl der schönste Weckmann des Abends, stattlich und strahlend glasiert mit weißer Pfeife und rotem Geschenkband zum Umhängen.
Den Schnuller hatte er, laut (zunächst glaubwürdiger) Aussagen meiner Oma, in besagter Nacht direkt aus dem  Kinderzimmer mitgenommen. 
In den Folgenächten beschäftigte mich die Frage so sehr, wie er überhaupt unbemerkt in die Wohnung und mein Kinderzimmer gekommen war, dass ich vor lauter mentaler Erschöpfung nun auch ohne Schnuller einschlief.

Aber zurück zum Weckmann. Du siehst, dieses kleine Hefe-Geschöpf hat für mich eine ganz besondere Bedeutung. Auch als ich längst schon groß war, zierte stets ein prächtiger Weckmann mit Pfeife (oder rotem Kirsch-Lollie), glänzend oder streuselig in Novembertagen meinen Arbeits- und Esstisch.
Umso entsetzter war ich, als man mir hier im Vorstädtchen unterbreitete, man kenne überhaupt keine Weckmänner. Zahlreiche Bäckerei-Besuche hatten zur Folge, dass man mich kopfschüttelnd abwies. 
Ich vermute nach wie vor, man tuschelte leise hinter vorgehaltener Hand "ach, ditt is doch die, die immer Brötchen statt Schrippen kooft." 
Ja, ditt is DIE!
Etwas beleidigt ob meines verschmähten Traditionsgedankens fand ich allerdings heraus, dass man hier die Tradition pflegt, am Martinstag kleine Hörnchen zu backen. 

Die sogenannten Martinshörnchen werden mit zum Laternenumzug genommen, um sie zum Schluss am Lagerfeuer gemeinsam mit Eltern und Kindern zu teilen. Jeder geht also mit seinem Körbchen herum, und bietet seinem fremden Gegenüber ein Martinshörnchen an. Diese Geste finde ich (trotz meiner Beleidigtheit über verpönte Weckmänner) ganz wunderbar und erklärt schon kleinen Kindern auf ganz einfache Weise, wie schön und wichtig es ist, zu teilen. 

Außerdem gibt es eine Vielfalt an tollen Rezepten für Martinshörnchen, so dass es immer wieder eine kleine Leckerei ist, von allen zu kosten und hierüber ins Gespräch mit anderen Laternen-Pilgern zu kommen.

Mein Rezept für Martinshörnchen (von denen ich Kinder sagen hörte, es seien die allerallerallerleckersten), stelle ich Dir heute vor. Eine schöne Gelegenheit übrigens, mit Kindern ins Weihnachtsbacken zu starten!

Um selbst den guten, alten "Sankt Martin" zu beeindrucken, brauchst Du nur wenige Zutaten: 

300 g Mehl
200 g Frischkäse
200 g Butter
je 40 g braunen und weißen Zucker
40 g (frisch) gemahlene Haselnüsse

Aus Mehl, Frischkäse und Butter machst Du mit den Knethaken Deines Handrührers einen glatten Teig und verfrachtest ihn für 40 Min. in den Kühlschrank. Da er es Dir auch nicht übel nimmt, länger im Kühlschrank zu bleiben, kann er prima am Vorabend vorbereitet werden. 
Nach besagter Kühlung, teilst Du ihn in zwei gleich große Stücke, die Du nacheinander wie folgt verarbeiten kannst: 
Du knetest nun die erste Teighälfte kurz durch und rollst sie gleichmäßig, möglichst rund, auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche aus, so dass sie eine Dicke von ca. 3 mm  und einen Durchmesser von 26-28 cm bekommt.
(Ein Essteller oder eine Backform mit einem Durchmesser von ca. 26 cm könnte Dir als "Förmchen" dienen, solltest Du mit dem runden Ausrollen Schwierigkeiten haben. Hiermit "stichst" Du jetzt den Teig aus, so dass Du  mit einem kreisrunden Teigstück weiter arbeiten kannst.) 


Die Arbeitsfläche wird nun gleichmäßig mit dem Gemisch von beiden Zuckern und den gemahlenen Haselnüssen bestreut. Wenn Du sie frisch mahlst, haben sie ein besonders schönes Aroma. 


Darauf legst Du den kreisförmigen Teig vorsichtig und drückst ihn an, so dass die Unterseite gleichmäßig mit dem Haselnuss-Zucker benetzt ist. Durch das Andrücken wird der Teig noch etwas dünner. Perfekt für das spätere Hörnchen.
Das Teigstück teilst Du nun mit einem scharfen Messer in 12 möglichst gleich große "Torten"stücke und rollst sie jeweils von der breiten Außenkante vorsichtig zum inneren "Zipfel". 




Fertig sind die süßen Mini-Hörnchen! (Bloß die zweite Teighälfte nicht vergessen!) 
Jetzt noch rasch bei 170 Grad im vorgeheizten Backofen auf mittlerer Schiene für ca. 15 Minuten abbacken. 
Wenn sie ausgekühlt sind, gehört ein Probierhappen auf jeden Fall sofort vernascht und der Rest ab ins Körbchen für den Martinsumzug. Sehen Sie - im wahrsten Sinne des Wortes - nicht goldig aus?