Posts mit dem Label Martinsumzug werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Martinsumzug werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 2. November 2016

...und noch einmal Laterne

Über meine Liebe zu Martinsumzügen habe ich mich ja schon im letzten Post hinlänglich ausgelassen. Ich finde, selbst für die Allerkleinsten ist es ein wohl besonderer Augenblick, eingemummelt im Kinderwagen, im Dunklen den hellen Lichtern zu folgen und leise den Martinsklängen zu lauschen.


Für einen perfekten Ersteinstieg ins "Martins-Genre" habe ich einem kleinen Erdenbürger eine kleine Löwenlaterne gebastelt. Wenn Sie Dir gefällt und Du für Deinen Mini-Sprössling mit einem DIY für den Laternenumzug gerüstet sein möchtest, hier meine Anleitung:

Als Löwenbändigerin benötigst Du:

🦁 2 kleine Pappteller (große tun es natürlich auch)
🦁 gelbes Transparent- oder Seidenpapier
🦁 2 Tortendeckchen in der Größe der Pappteller
🦁 gelb- und organgefarbene Wasser- oder Acrylfarbe
🦁 einen schwarzen Filzstift
🦁 Schere
🦁 Klebestift
🦁 Wackelaugen
🦁 etwas Blumendraht 
🦁 evtl. einige Wäscheklammern zum Fixieren




Zuerst schneidest Du aus den Papptellern mittig zwei große Kreise aus, so dass Tellerrand und kleiner Rand der "Essfläche" übrig bleiben. Die Pappteller malst Du nun auf der Rückseite mit gelber und orangefarbener Farbe an, am besten von innen nach außen, so dass sich eine Art Fellmaserung ergibt. Nun gut trocknen lassen. 
In der Zwischenzeit schneidest Du aus dem gelben Transparent-Papier zwei Kreise, die die ausgeschnittenen Kreise in Deinen Tellern abdecken. Hierbei solltest Du einen Radius von ungefähr 1 cm mehr berücksichtigen; er bildet die Klebekante.
Ebenso schneidest Du aus dem Papier eine Löwennase aus, die Du mit dem Klebestift mittig auf einen der Kreise klebst. Nun kannst Du das Löwengesicht mit einem schwarzen Filzstift gestalten: Schnute, Nase und Wangen können nach Lust und (Löwen-)Laune kreiert werden. Die Wackelaugen können jetzt aufgesetzt werden. 
Jetzt kannst Du das Löwengesicht von innen in einen der Pappteller einkleben; auf dem zweiten Pappteller, der  den Hinterkopf des Löwen darstellt, platzierst Du den noch freien Papierkreis mit dem Klebestift. Gut andrücken.



Nun verklebst Du beide Pappteller miteinander. Die Wäscheklammern helfen, dass die Pappteller nicht verrutschen und gut miteinander fixiert werden.
Ist auch dieser Trocknungsvorgang beendet, schneidest Du oberhalb des Löwenkopfes eine kleine Öffnung in die Pappteller: hier wird das Laternenlicht durchgeführt.
Rechts- und linksseitig der Öffnung machst Du mit einer spitzen Schere, einer dicken Nadel oder einer Lochzange nun zwei kleine Löcher. Hier wird der Blumendraht für die Aufhängung durchgeführt. Beim Fertigen der Aufhängungsschlaufe achte darauf, dass sie den korrekten Abstand zur Laterne hat, so dass das Laternenlicht später mittig im Inneren des Löwengesichts leuchtet.

Zum Schluss bekommt das Löwchen seine Mähne: aus einem der Tortendecken schneidest Du mittig einen Kreis aus, der so groß sein sollte, dass er sich über das Gesicht des Löwen legen lässt. Das ganze Tortendeckchen verwendest Du für die Mähne des Hinterkopfes. Den Kreisrand der Tortendeckchen mit Kleber versehen und vorsichtig auf die Vorder- und Rückseite aufkleben. Das macht einen niedlichen 3-D-Effekt und den Löwenkopf plastischer!











So, Laternenstab und Ersatzbatterien bereit halten, Handschuhe und Wegzehrung einpacken und dann ab auf den Martinszug. "Tierisches" Vergnügen wünscht

Katja


Dienstag, 1. November 2016

Laterne, Laterne....

Sankt Martin - eines meiner wunderbarsten Highlights aus Kindertagen - wird hier (im tiefen Osten der Republik), was magische Vorfreude und Kreativität beim Laternenbasteln angeht, eher nachlässig behandelt, finde ich. 

Erinnere ich mich zurück, so liebte ich es als Kind, aus alten, angesammelten, runden Käsekartons, Wachs- und Transparentpapier, Wachsmalern (die man bügeln konnte) und lange im voraus getrockneten Blättern Laternen zu fertigen. Auch, wenn sie längst nicht mehr existent sind, so habe ich sie noch genau vor Augen. Und zum Glück erinnert mich meine Fotokiste an die wundervollen Laternen-Umzüge im Dunkeln mit der ganzen Familie - und meinem Freund Mark, mit dem ich anfangs zögerlich, dann aber stimmgewaltig alle im Kindergarten erlernten Martinslieder geträllert habe.
Ich erinnere mich auch, dass beim Umzug schon einmal das liebevollst gebastelte, leuchtende Kleinod einem Kerzenfeuer zum Opfer fiel, denn batteriebetriebene Leuchtstäbe waren Teufelszeug - oder noch gar nicht erfunden. Aber das ist lange her.



Aus Kindergartentagen meines Grinsekätzchens habe ich in schauriger Erinnerung, dass jedes Jahr im Spätherbst Fertiglaternen nebst Kleber und Glitzersteinen auf den Basteltischen ausgelegt waren und diese das heitere Laternenbasteln gemeinsam mit den Eltern einleuteten. Grrrrr. 
Im ersten Jahr verließ ich, lieblos vorbereitete Basteltische boykottierend, den "geselligen" Eltern-Bastelabend unverrichteter Dinge und ward in den Folgejahren nicht mehr gesehen. Also zum Basteln. Denn bei so etwas bin ich nachtragend!

Nachdem meine ambitionierten Vorschläge, gemeinsam mit den Kindergartenkindern regelmäßig zu basteln, im Nichts verhallten (nein, ich wollte den Vorstadt-Pädagogen die kreative Kompetenz nicht streitig machen, sondern nur  meine Leidenschaft einbringen und bei den Kindern wecken), entschied ich, mit dem Grinsekätzchen und seinen Freunden selbst zu basteln - u.a. mit Käsekartons und Wachsmalern und allem Nützlichen, was uns aus unserer Bastelkiste und den Recyclingboxen noch in die Hände fällt. 

Eine Laterne, die meinem Grinsekätzchen in den Jahren am meisten ans Herz gewachsen ist und die bereits im 3. Jahr  - weil nahezu unkaputtbar - wieder zum Einsatz kommen darf (auch im Gartenhäuschen und als Nachtlicht), ist das folgende Exemplar, dessen es nicht viel an Material bedarf - sondern nur an etwas wichtelwaldmagischer Phantasie... 


Für die Laterne haben wir festen, roten und grünen Filz verwendet, weiße Moosgummi-Reste, zwei Marienkäfer aus Holz, eine kleine, leere Sahneflasche, etwas Draht, (Heiß-)Kleber und eine Bastelschere.
Zunächst haben wir mit Hilfe eines entsprechend zur Größe der Sahneflasche passenden Tellers eine runde Schablone auf den roten Filz gezeichnet und den Kreis ausgeschnitten. In dessen Mitte haben wir nun mit dem Deckel der Sahneflasche einen weiteren Kreis eingezeichnet und ebenfalls ausgeschnitten. Zum Ausschneiden darf ein gerader Schnitt durch den Kreis in die Mitte erfolgen. Er bildet die Legekante.
Danach wird der Kreis so um die Öffnung der Milchflasche gelegt, dass er ein schönes Pilzhütchen ergibt. Lappen dabei Filzenden übereinander, dürfen sie bis auf eine ausreichend große Klebekante eingekürzt werden.  
Den Filz haben wir an der Flaschenöffnung und am überlappenden Rand mit Heißkleber fixiert.
Das weiße Moosgummi durfte für die Punkte herhalten; wir haben hieraus in beliebigen Größen Kreise ausgeschnitten und ebenfalls mit Heißkleber auf dem Pilzhütchen befestigt.
Aus dem grünen Filz haben wir ein längliches Rechteck ausgeschnitten, das sich einmal um den unteren Bauch der Sahneflasche legen lässt. 
In eine der Längsseiten haben wir lange Grashalme geschnitten, so dass sie 2/3 des Filzes einnehmen. Das restliche 1/3 ist die Klebekante, die am unteren Sahneflaschenrand ebenfalls mit Heißkleber befestigt wird. Die Grashalme stehen nun leicht ab und betten den Pilz in saftigem Grün. Zwei einsame Holzkäfer aus unserer Bastelkiste dürfen sich hier laben.


So, fast fertig. Damit die niedliche Pilzlaterne auch fröhlich am Laternenstab baumeln kann, haben wir um das Gewinde der Sahneflasche Draht mit einer Schlaufe befestigt.


Jetzt kann der Pilz bei Wind und Wetter ausgeführt werden!  Auch indoor macht er sich gerade zur Herbstzeit herrlich. Gern auch im Ensemble mit seinen Artgenossen.

Eine einfache, schnelle und niedliche Bastelidee für Kinder ab 3-4 Jahren.