Sonntag, 9. Oktober 2016

Hot Chocolat(t)e

Jetzt, wo der Herbst vor der Haustür steht, steht einem der Sinn nach mehr Gemütlichkeit, Kuschelkissen, wärmenden Getränken. 
All das gibt es in meinem Lieblings-Kiez-Café zu finden. Wie schön also, wenn man nach einem windigen, verregneten Sonntags-Spaziergang hier aufläuft, um sich wohligwärmend verwöhnen zu lassen.
Immer wieder entdecke ich mich dabei, wie ich vor der großen Getränketafel stehe, die in Kreidelettern alle heißen Köstlichkeiten listet und mich nicht entscheiden kann, ob ich nun die weiße oder dunkle Schokolade mit kleinen Schokosplits darauf trinken möchte. Hell oder dunkel? Dunkel oder hell? Ähmmm? Ich kann mich einfach nicht entscheiden...

Um dieser lästigen Entscheidungsnot Abhilfe zu schaffen, habe ich mir nun ein kleines Trinkschokoladen-Goodie für Zuhause ausgedacht, das beiden Geschmacksvariationen gerecht wird (und vermutlich nicht in die Distribution an andere Familienmitglieder gelangt). 

Für meine Idee habe ich mir kleine Kunststoff-Pinnchen aus dem Handel besorgt, dazu Eisstiele und wirklich gute Schokolade (kleiner Einkaufstipp: die "Franzosen" sind hier stark im Kommen!) in Weiß und Vollmilch mit hohem Kakaoanteil, jeweils ca. 200 g.




Die Schokoladen habe ich separat im Wasserbad geschmolzen, wobei ich der weißen Schoki noch etwas echte Vanille untergerührt habe.

Dann habe ich beide Schokoladen gleichzeitig rechts- und linksseitig in die kleinen Pinnchen gegossen. Leicht fest werden lassen, Stiel hinein. Fertig ist das Trinkschokoladen-Duo, das himmlisch in heißer, aufgeschäumter Milch schmeckt und kalte Hände und Füße im Nu vertreibt. Na ja, vielleicht lass ich ja doch mal das schmachtende Grinsekätzchen daran nippen...?





Die Trinkschokolade lässt sich übrigens auch hervorragend mit Kindern zubereiten und mit weiteren Gewürzen und  Backzutaten verfeinern bzw. dekorieren. Falls kein Eigenbedarf: tolles Wichtel- und Weihnachtspräsent!


Freitag, 7. Oktober 2016

Im Wunderland-Garten

... Alice blickte um sich nach allen Blumen und Grashalmen; aber gar nichts sah aus, als ob es das Richtige sei, das sie unter den Umständen essen oder trinken müsse. 
In der Nähe wuchs ein Pilz, ungefähr so hoch wie sie. Nachdem sie ihn sich von unten, von beiden Seiten, rückwärts und vorwärts betrachtet hatte, kam es ihr in den Sinn zu sehen, was obendrauf sei.
Sie stellte sich also auf die Zehenspitzen und linste über den Rand des Pilzes, und sogleich begegnete ihr Blick dem einer großen blauen Raupe, die mit kreuzweise gelegten Armen dasaß und ruhig eine große Wasserpfeife rauchte..."
(Lewis Carroll; Alice im Wunderland)

Heute morgen entdeckte ich in unserem Garten diesen Pilz, der sich ganz zart und feenhaft aus der Wiese reckte. Glücklicherweise war ich nicht auf der Suche nach etwas Essbarem!
Der Stiel des Pilzes ist etwa 5 cm hoch und leicht glasig; ebenso der Hut mit einem Durchmesser von ca. 1,5 cm. 
Er sieht aus wie eine ganz feine Stickerei oder wie eine aus Zucker gegossene Blume und ist ganz wunderbar anzuschauen. 
Sein Hütchen wölbt sich an den Rändern nach Innen, so dass seine Längsrillen wie eine Blüte erscheinen.
Die blaue Raupe hätte diese Zartheit vermutlich zerquetscht, aber dennoch wurde ich den Gedanken nicht los, im Wunderland unterwegs zu sein.




Im Internet musste ich lang nach seiner Herkunft suchen. Ich wusste zunächst gar nicht, welchen Suchbegriff ich für meine Recherche eingeben sollte. Unter "zarter Pilz" dann bin ich fündig geworden. In verschiedenen Foren wird er als Coprinus Lagopus, auch Hasenpfote, bezeichnet. Na, wenn das kein Wunderland-typischer Gartenbesucher ist....

Mittwoch, 5. Oktober 2016

Prinzessin auf der Erbse

Prinzessin auf der Erbse hätte vermutlich ihre wahre Freude an dieser kleinen Leckerei, die besonders dann ganz fein schmeckt, wenn die Tage kürzer und kühler werden.
Statt lästiger Rückenschmerzen schafft diese märchenhafte Köstlichkeit wahre Gaumenfreuden, denn die feinen Erbsen befinden sich nicht unter der Matratze, sondern in einem rahmigen Süppchen mit einer leichten Minznote.





Als Prinzessin benötigst Du:

🎾 750 g Tiefkühl-Erbsen
🎾 4 Kartoffeln
🎾 1 l Gemüsebrühe
🎾 etwa 1/2 l Milch
🎾 100 ml Sauerrahm oder Schmand
🎾 eine kleine Handvoll Minze (es war meine letzte für diese Saison, frisch aus dem Garten)
🎾 Salz und Pfeffer aus der Mühle











Erbsen und sehr klein geschnittene Kartoffeln mit der Brühe erhitzen und ca 15 Minuten köcheln lassen. Mit der Hand klein gezupfte Minze hinzu geben. Mit einem Pürierstab fein pürieren und mit der Milch bis zur passenden Sämigkeit verlängern. Sauerrahm bzw. Schmand unterheben und mit Salz und Pfeffer aus der Mühle abschmecken.
Mit Minzstängeln und Rahmhäubchen dekorieren und  heiß schmecken lassen.
Sieht sehr schön serviert in Weckgläsern oder hübschen Kaffeetassen aus.



Mein Erbssüppchen wurde in wunderbarem Suppengeschirr  von Villeroy & Boch gebettet. Ich habe es just auf dem Flohmarkt erstanden; es stammt aus dem Jahre 1973 und trägt den Seriennamen "Izmir". Märchenhaft, oder?

Samstag, 24. September 2016

DIY-Servietten "Indian Summer"

Eines der 6 unmöglichen Dinge, an die ich jeden Morgen denken muss (abgesehen vom normalen Wochen-Wahnsinn und davon, wie ich mein ungrinsendes Grinsekätzchen in die Schule bekomme), ist, was mich an kreativen Glücksphantasien am Tage wieder erwarten mag. 



Der Sommer ist ja nun fast vorbei. Morgens am Frühstückstisch ist es so frisch, dass ich die letzten zwei Tage schon die Heizung angeworfen habe. Mein Grinsekätzchen und ich sind nämlich bei Totalübermüdung sehr fröstelig. 

Apropos "fröstelig". Beim Stöbern in einer meiner Einrichtungszeitschriften fand ich eine Färbetechnik mit Eiswürfeln, die wunderbare, pastellfarbene Farbverläufe auf Baumwollstoffen verspricht. 
Von der coolen Idee war ich völlig angetan und wollte sie gleich an Servietten ausprobieren: Meine Kreation in spätsommerlichen Gelb- und Lachstönen, die ich (in Eiswasser) auf den Namen "Indian Summer" taufe, möchte ich Dir heute vorstellen. Tataaaa.

Das Einfärben der Servietten ist wirklich einfach, abgesehen davon, dass sich in unserer Dusche während der kreativen Phase gelbe Wasserlachen befanden, die bei meiner Freundin nach Aufsuchen des Bades ein irritiertes Stirnrunzeln hervorriefen. (Nein, es war echt nur Textilfarbe!)

Aber von vorne: für das DIY habe ich mir zwei hochwertige Baumwoll-Servietten mit gröberer Stoffstruktur besorgt. Ich habe nur zwei genommen, weil ich nicht direkt ein ganzes 6er Ensemble ggfs. bei meinem Erstversuch versauen wollte. Von der monetären Investition einmal abgesehen. Ergebnis war aber so fein, dass nun auch vier weitere Servietten dran glauben dürfen. 
Textilfärbespray in den Farben Gelb und Lachsrot habe ich mir aus dem Bastelgeschäft für knapp fünf Euro pro Flasche besorgt. Zum ersten Herantasten an die Farben und deren Intensität habe ich großzügig 5 Eiswürfelbeutel eingeplant, Haushaltshandschuhe, 2 Mülltüten und eine Einwegflasche. Ich habe bewusst Wegwerfartikel verwendet, weil  eine gewisse verfärbe-versau-Gefahr nicht von der Hand zu weisen ist - und von Haushaltsgegenständen auch nicht.



Da ich kein Gefühl für das Mischverhältnis hatte, habe ich zunächst 8-10 Sprüheinheiten Farbe in die Einwegflasche gegeben und mit Wasser hälftig aufgefüllt, so dass sich ein sanfter, leicht deckender Ton ergab. Durch leichtes Schwenken der Flasche habe ich die Farbe gleichmäßig verteilt. Die Öffnung eines Eiswürfelbeutels habe ich so über den Flaschenhals gestülpt, dass das gefärbte Wasser ohne überzulaufen in den Eiswürfelbeutel einlaufen konnte. 
Um verschiedene Farbstärken zu erzielen habe ich einfach mit den restlichen Beuteln experimentiert und nach Gefühl die beiden Farben verdünnt bzw. auch untereinander gemischt, um noch einen weiteren Farbton in Orange zu erhalten. Hier ist neben Mut zur Farbe auch etwas Fingerspitzengefühl gefragt.
Die 5 Eiswürfelbeutel habe ich zum Schutz des Gefrierfachs  (denn hier wollte ich kein "Indian Summer" Feeling) in eine Mülltüte gepackt, bevor ich sie über Nacht in der Eiseskälte gebettet habe. Sicher ist sicher.



An dieser Stelle sei gesagt, dass das Gefriergut an sommerlich fruchtiges Wassereis erinnert und Du - solltest Du Dich ebenfalls an das Projekt wagen - Deinen Lieben mit einem Totenkopf oder ähnlichem Warnhinweis signalisieren solltest, dass der Inhalt der Beutel nicht genießbar ist.
Ist er durchgefroren, geht es ans Eingemachte. 
In der Dusche habe ich eine große Tüte ausgebreitet und die nicht mehr imprägnierten Servietten (einmal kurz in der Maschine waschen) noch feucht auf der Tüte ausgelegt. 


Um wirklich nur die Servietten zu färben und nicht noch die Finger, kommen jetzt die Haushaltshandschuhe ins Spiel. Die bunten Eiswürfel (ich habe pro Serviette im Format 50 x 50 cm ca. 6-8 Stück verwendet) werden einfach auf den Stoff gelegt und ihrem Schicksal überlassen. Du kannst ihnen genüsslich beim Schmelzen zusehen oder in der Zwischenzeit Deinen Hausputz erledigen. 

Nach 2 Stündchen sind die Eiswürfel komplett geschmolzen, so dass sie nun vorsichtig zum Durchtrocknen aufgehängt werden können. Das dauert auch noch mal ein wenig.  Die überschüssige Farbe (= gelbe Pfützen) in der Dusche habe ich dank der untergelegten Tüte nur in den Ausguss gießen müssen; schon war alles wieder fein.
Zum Fixieren habe ich die Servietten gem. Farbspray-Anleitung nach dem Trocknen für ca. 8 Minuten bei 180 Grad in den Backofen gelegt und nach dem Auskühlen noch einmal mit dem Bügeleisen fixiert. Das ist aber vermutlich von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich.

Jetzt ist das Duo ausgehfein und wird demnächst stilecht bei einem Dinner for Two mit Herzkönig zum Einsatz kommen - oder vielleicht auch am ersehnten gute-Laune-Frühstückstisch mit Grinsekätzchen, während das bunte Laub vor unserem Fenster dahin weht... Brrrr!

Donnerstag, 22. September 2016

Relax to the Max

Sollte der Sommer tatsächlich noch einmal in meine Berliner Vorstadt zurückkehren? Ja? Dann nichts wir raus in den Garten, um die wohl letzte Möglichkeit des ausgiebigen Vitamin-D-Tankens wahr zu nehmen. 
Heute Vormittag habe ich meine gemütliche Hängeschaukel aus dem Schuppen geholt, in meinen Mirabellenbaum gehängt und mich im halben Schneidersitz hineingefletzt. Herrlich. Das Schmökern von Einrichtungszeitschriften dazu ist mir am liebsten.

Gemütlich schaukelnd überkam mich dann aber irgendwann der Durst. Ein leckerer Tee? Kleine Limo? Aber wohin damit? Auf die Wiese stellen fand ich suboptimal, weil Arm zu kurz. Hier läuft man auch Gefahr, die liquide Köstlichkeit einfach umzurennen (weil der Rasen derzeit recht hoch steht und die Heinzelmännchen noch nicht da waren).

Ich also noch einmal rein gehuscht, Limo bereitet, Brause-Ufos aus Versteck im Kinderzimmer beschafft. Überlegt. Dann kam mir die Idee, mit einer meiner selbst gefertigten Blumenampeln und einem großen Korkuntersetzer ein schwingendes Tablett für den Baum zu kreieren. Ich also mit allem Zubehör wieder raus. Aufgebaut. Für gut befunden. Und weiter die Sonne genossen:



In diesem Sinne: hab einen wundervollen Sonnentag!

Mittwoch, 21. September 2016

Freedom is a noble thing!

Über das Backen und Genießen der Scones bin ich ein wenig ins Erinnerungsschwelgen geraten und musste an einen unserer Urlaube "auf der Insel" denken.

Vor einigen Jahren waren Herzkönig und ich für zwei Wochen in Schottland - auf Abenteuerurlaub. Und wie es mit Abenteuern so ist, war es der großartigste Urlaub, den ich jemals erlebt habe. Noch nie in meinem Leben habe ich so viel Historie, so unglaubliche Landschaften und so zahlreiche Facetten des Wetters erlebt wie in Schottland. Seelenmagie - zwei ganze Wochen lang fast ununterbrochen.

Einige Bilder unserer erlebnisreichen Rundreise mit dem Auto (und dem klassischen aber nicht minder fantastischen  Bed & Breakfast), die dieses Gefühl ausmachen, möchte ich Dir heute zeigen. 

Schwelgen und Fernweh unbedingt erbeten: